Der Winter meinte es heuer nicht ganz üppig mit dem Schnee, und auch die Lawinenlage verlangte Aufmerksamkeit. Doch genau das machte die Tage besonders: gemeinsam planen, abwägen, entscheiden – und dann losziehen. Mit Köpfchen statt nur mit Kondition. Und siehe da: Jeden Tag wartete eine richtig schöne Tour. Los ging es morgens stets mit dem obligatorischen LVS-Check. Sicherheit zuerst – aber bitte mit Praxis. Direkt vor der Hütte befindet sich eine fest installierte LVS-Übungsanlage, dauerhaft vom Hüttenwirt aufgebaut. Perfekt, um realistische Szenarien inklusive Mehrfachverschüttung zu trainieren. Mehrfach suchen, finden, ausgraben – und dabei merken: „Ich kann das.“ Genau dieses Gefühl nahmen viele mit.
Auch Navigation und der Einsatz von Touren-Apps wurden aufgefrischt. Kartenstudium, Gelände lesen, Spuranlage – alles keine Nebensache, sondern gelebter Teil des Tages. Ziel war klar: sicher und selbstständig im Gelände unterwegs sein.
Das Gelände rund um die Hütte zeigte sich vielseitig. Für jede war etwas dabei. In kleineren Gruppen ging es etappenweise zurück zur Hütte, während die besonders Ambitionierten noch ein paar zusätzliche Höhenmeter sammelten oder einen Gipfel wie die Möseler Sonnenspitze ins Visier nahmen – teils sogar über einen Grat. Kein Konkurrenzdenken, sondern: Jede darf, keine muss. Genau das machte den Reiz aus.
Was diese Tage aber besonders machte, war die reine Frauenrunde. Ohne Vergleichsdruck, ohne Rollenklischees – dafür mit viel Austausch, gegenseitiger Unterstützung und ehrlichen Gesprächen. Fragen wurden gestellt, Zweifel ausgesprochen, Erfahrungen geteilt. Das stärkte nicht nur das technische Können, sondern vor allem das Vertrauen in sich selbst. Wer einmal eigenständig eine Abfahrt plant oder eine LVS-Suche souverän meistert, geht anders vom Berg.