Los ging es morgens stets mit dem obligatorischen LVS-Check. Sicherheit zuerst – aber bitte mit Praxis. Direkt vor der Hütte befindet sich eine fest installierte LVS-Übungsanlage, dauerhaft vom Hüttenwirt aufgebaut. Perfekt, um realistische Szenarien inklusive Mehrfachverschüttung zu trainieren. Mehrfach suchen, finden, ausgraben – und dabei merken: „Ich kann das.“ Genau dieses Gefühl nahmen viele mit.
Auch Navigation und der Einsatz von Touren-Apps wurden aufgefrischt. Kartenstudium, Gelände lesen, Spuranlage – alles keine Nebensache, sondern gelebter Teil des Tages. Ziel war klar: sicher und selbstständig im Gelände unterwegs sein.
Das Gelände rund um die Hütte zeigte sich vielseitig. Für jede war etwas dabei. In kleineren Gruppen ging es etappenweise zurück zur Hütte, während die besonders Ambitionierten noch ein paar zusätzliche Höhenmeter sammelten oder einen Gipfel wie die Möseler Sonnenspitze ins Visier nahmen – teils sogar über einen Grat. Kein Konkurrenzdenken, sondern: Jede darf, keine muss. Genau das machte den Reiz aus.
Was diese Tage aber besonders machte, war die reine Frauenrunde. Ohne Vergleichsdruck, ohne Rollenklischees – dafür mit viel Austausch, gegenseitiger Unterstützung und ehrlichen Gesprächen. Fragen wurden gestellt, Zweifel ausgesprochen, Erfahrungen geteilt. Das stärkte nicht nur das technische Können, sondern vor allem das Vertrauen in sich selbst. Wer einmal eigenständig eine Abfahrt plant oder eine LVS-Suche souverän meistert, geht anders vom Berg.
Und dann natürlich die Hütte selbst: herzliches Team, gemütliche Atmosphäre und hervorragendes Essen. Das kulinarische Highlight am Freitag: Dal Bhat, gekocht vom nepalesischen Hüttenkoch – ein kleiner kulinarischer Ausflug in den Himalaya mitten in den Tuxer Alpen.
Ein praktischer Tipp für alle, die ebenfalls planen: Wegen der Nähe zum Truppenübungsplatz lohnt sich ein Blick auf mögliche Übungen vor der Anreise.
Fazit: Vier Tage voller Lachen, Lernen, Sonne und Schwung. Eine Skitour, die gezeigt hat, wie viel Kraft entsteht, wenn Frauen gemeinsam unterwegs sind – sicher, selbstständig und mit ordentlich Begeisterung für die Berge