x | © DAV Sektion Altdorf - Gisela Schuster
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BusSkitouren

im Salzburger Glemmtal - ein Erlebnisbericht von Fiona Gabler

06.02.2026

Ganz spontan sprang ich als Ersatz bei dem Skitouren-Wochenende in Saalbach-Hinterglemm beim den DAV Altdorf ein. Nach kurzer Überlegung, was mir an diesem Wochenende wichtig war – Bewegung in der Natur – entschloss ich mich, einer zehnköpfigen Gruppe anzuschließen, deren Mitglieder ich zu Beginn noch nicht kannte. Aufgeregt und neugierig startete die Busfahrt, die Gelegenheit bot, meinen Sitznachbarn kennenzulernen und die Zeit verging wie im Flug.

Nach dem Beziehen unserer Mehrbettzimmer in einem eigens für uns gebuchten Familienferienhaus planten wir gemeinsam die Tour. Unser Gruppenleiter gab uns Informationen und Vorschläge, doch entschieden wurde alles zusammen. Es war eine Gemeinschaftstour, keine geführte Tour. Ideal für mich als Anfängerin in der Tourenplanung, die Erfahrung sammeln wollte, aber die Sicherheit erfahrenerer Mitglieder schätzte.
Am ersten Abend begann ich bereits, die Namen meiner Zimmergenossinnen zu lernen. Am nächsten Tag ergänzte sich die Gruppe auf der Tour, und bis zum Abend hatte ich alle Namen im Kopf.

Am Samstag starteten wir nach einem leckeren Frühstücksbuffet mit dem öffentlichen Bus nach Mitterlengau. Unser Ziel war der Schusterkogel. Gleich zu Beginn gab es die erste Lektion: Ein Teil der Gruppe folgte dem Track, der andere nahm eine Abkürzung von der Bushaltestelle. Schnell wurde klar, wie wichtig klare Kommunikation ist, um sich nicht zu verlieren.

Der erste Abschnitt führte durch ein Waldstück mit wenig Schnee, was die Tour abenteuerlich machte. Auch das Abschnallen der Skier blieb nicht aus, sodass die ersten 100 Höhenmeter unverhältnismäßig viel Zeit beanspruchten. Wir scherzten, das sei ein „Härtetest“ gewesen. Danach folgte ein breiter, vereister Forstweg, bevor der Weg steiler den Berg hinaufführte. Nach und nach wurde der Schnee endlich mehr und pulvriger.Wir warteten regelmäßig, bis die Gruppe wieder vollständig war. Langsam und stetig, aufeinander achtend, war der Schlüssel. Und die Sonne zeigte sich öfter als erwartet, was die gute Stimmung untermalte.

Der steilste Anstieg zum Gipfel teilte die Gruppe. Zwei blieben in der Senke mit einem Walke Talke, der Rest erklomm die letzten 250 Höhenmeter in Spitzkehren und zu Fuß über einen Grashang. Nach fast 1100 Höhenmetern erreichten wir freudestrahlend den Schusterkogel. Wir bewunderten die Aussicht auf die eher grünen Berge und genossen unsere Brotzeit, bevor wir die Abfahrt antraten. Uns begegnete nur ein einziger anderer Skitourengeher, der mit Paraglider und angeschnallten Skiern den Berg hinabglitt – ein Anblick, den ich so noch nie gesehen hatte.

Meine erste Abfahrt der Saison im Gelände war aufregend, doch nach den ersten Schwüngen wichen Aufregung und Unsicherheit dem Spaß. Gemeinsam fuhren wir Etappe für Etappe hinunter, über pulvrige Flächen, leicht harschige Stellen und Eisflächen. Zum Glück blieb uns ein Ziehweg erspart und die Abfahrt ging kontinuierlich bergab bis zur Bushaltestelle.

Ein Teil der Gruppe fuhr sofort nach Hause, der andere genoss noch ein Getränk in einer Hotelbar, bevor wir uns alle wieder in der Unterkunft trafen. Es wurde gemütlich beisammen gesessen, gegessen, teilweise gespielt bevor es ans Planen des nächsten Tages ging.

Die Schneelage, die Abfahrtszeit und der öffentliche Bus legten die Tourenoptionen fest. Wir entschieden uns für eine Pistenskitour vom Parkplatz der Schönleitenbahn, fanden aber oft Wege abseits der Piste.

Die Sonne brannte regelrecht auf uns herab und wir fühlten uns wie im Frühling und scherzten sogar über kurz Hosen. Unser erstes Ziel war eine Hütte, die einige zum Verweilen einlud. Die anderen bewegten sich weiter abseits der Piste, umrundeten den Mittelgipfel und erreichten den Westgipfel des Schattbergs. Mit 1200 Höhenmetern war das sogar mehr als am Vortag.

Hier teilte sich nun wieder die Gruppe. Die einen fuhren über die Piste zurück und die anderen teilweise durch freies Gelände. Ich schloss mich nach Einschätzung meiner Kräfte und mentalen Verfassung letzteren an. Gute Entscheidung, denn der Hang war wunderbar pulvrig und unverspurt. Aber nicht nur deswegen war es die richtige Entscheidung, sondern auch weil ich meine Kräfte passend eingeschätzt habe und mich meinen Ängsten gestellt habe. Eine weitere Lektion ist, dass man zwar eine Gruppe ist, aber jeder ist für sich selbst Verantwortlich und sollte sich kennen und lernen einschätzen.

Nach einem kurzen Zwischenstopp für eine Aperol Spritz und zum Kräfte sammeln, ging es die Buckelpiste als letzte Etappe hinab. Das war nochmal anstrengend. Pünktlich zur Busabfahrt kamen wir an. Die Gruppe war wohlauf und nun wieder vereint. Bis ich schaute wurden mir die Skier abgenommen, mein Gepäck verstaut und ich schaffte es gerade noch mich umzuziehen, bevor die Fahrt los ging.

Es war ein wunderbares, spontanes Wochenende: Keine ernsthaften Unfälle, nur kleine Herausforderungen wie Kleber auf den Skiern, zu schmale Felle oder wunde Füße.

Ich kam in eine fremde Gruppe, stürzte mich ins Unbekannte und kehrte glücklich und zufrieden zurück. Die Gruppe achtete aufeinander, hatte eine gute Dynamik, beriet sich gemeinschaftlich, war inspirierend. Dazu Sonnenschein, Bewegung und frische Luft. Für mich gibt es nichts Schöneres.

Text: Fiona Gabler