Skitour

Rückblick Skitouren

Skitouren im Sellrain

Bergsport statt Motorsport
Skitouren bei Lüsens im Sellrain

Von Fr. 06.03. – Mo. 09.03.2020 machten sich fünf DAV-Mitglieder zu einer organisierten Skitour ins Sellrain, genauer zum Alpengasthof Lüsens, mit einem PKW (VW-Bus) auf. Das ursprüngliche Motto "Bergsport statt Motorsport – wir fahren mit Bus und Bahn" konnte nicht umgesetzt werden. Die Große Reib’n rund um den Königsee war leider nicht möglich, da die beiden beheizten Winterräume von der Sektion Berchtesgaden geschlossen wurden. Die bereits gekauften Fahrkarten nach Berchtesgaden wurden nicht eingelöst.

Dafür war im kurzfristig beschlossenen Ersatzziel die Schneelage besser und aus der Durchquerung wurden Tagestouren. Bereits am Anreisetag ging es auf Tour zur Wechnerscharte. Es war ein ziemlich langer Hatsch bei Schneefall im ungespurten Gelände, aber "der Jan spurt halt so gerne". Zum Ende des Aufstiegs war noch eine ziemlich steile Rinne mit großem körperlichen Einsatz zu erklimmen. Für manche folgte darauf die erste Abfahrt des Winters in ca. 40° steilem Gelände.

Danach ging es zur Unterkunft in Lüsens, in der wir uns sehr wohl fühlten. Für Vegetarier war das Essen immer eine Überraschung, über die vorher keine Auskunft erteilt wurde, dafür schmeckte es ausgezeichnet.

Am nächsten Tag stand die Schöntalspitze an. Bei trübem Himmel und Schneefall ging es los. Da am eigentlich geplanten Ziel nicht genügend Schnee war, wichen wir auf eine der vielen Scharten aus. Bei der Abfahrt hatten wir herrlichen Pulverschnee, sodass zwei Teilnehmer noch mal eine Stunde zusätzlichen Aufstieg dran hängten.

Am Sonntag war dann der Hohe Seeblaskogel dran. Nach frühem Aufbruch konnten wir super Wetter mit Sonne und schönster Aussicht geniessen. Bis zum Gipfel mussten dann allerdings noch unzählige Spitzkehren bewältigt werden. Dafür wurden wir nach fast 1.700 Höhenmetern mit einer beindruckenden Aus- u. Weitsicht belohnt. Die Abfahrt durch teils unberührte Hänge war steil und anspruchsvoll, sodass wir trotz der tollen Tour froh wieder im Quartier eintrafen.

Am Abreisetag gingen wir noch eine kleine Tour in Praxmar, bei sehr schlechter Sicht.
Nach einer letzten Einkehr ging es gestärkt mit Kaiserschmarrn wieder nach Hause.

Text: Thomas Doleschal

Tiefschneetage im Montafon

Tiefschneetage im Montafon

Das Bergdorf Gargellen ist der höchstgelegene Ort im Montafon, liegt auf 1.423 Metern und ist ein Luftkurort in Vorarlberg im Südwesten Österreichs. Von hier aus starteten fünf Skitourengeher der Altdorfer Sektion am Donnerstag gegen 11:00 Uhr zu einer 4-tägigen Skitour.
Dass es derartig erlebnisreich werden sollte, konnten die fünf Sportkameraden beim Vorbereiten und Anlagen der Ausrüstung am sonnigen Parkplatz der Seilbahnstation in Gargellen noch nicht wissen.
Ziel des ersten Tages war das kleine Bergdorf St. Antönien in der Schweiz, was bedeutete, dass man zum Grenzkamm aufsteigend, die Grenze zur Schweiz überschreiten würde. Genau am Grenzkamm stieß, wie geplant, der sechste Teilnehmer hinzu, der sich aus der Heimat aufgrund eines Arbeitstermins erst später loseisen konnte und durch die Benutzung der Seilbahn jedoch wieder Zeit gut machen konnte.
Da uns der Wirt des Alpenröslis versprach, uns „unten im Döfli“ abzuholen, sprach vieles dafür, lieber die lange Abfahrt mit rund 1.000 Höhenmetern zu genießen, als mit weniger Höhenverlust direkt zur Hütte zu queren. Dass uns der Wirt mit einem Skidoo abholten sollte, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Die rasante Auffahrt zur Unterkunft zauberte breites Grinsen über alle Gesichter.
Das Alpenrösli versorgte die Altdorfer Sportler mit gutem Schweizer Bergsteigeressen. Müsli, Käse, frisches Brot und selbstgemachte Quittenmarmelade sollten beim Frühstück dann für die wackeren Mannen eine gute Grundlage bieten, da es nun wieder zurück nach Österreich zur Lindauer Hütte gehen sollte.
Nachts hatte es zum Erstaunen aller knapp 30cm geschneit. Beim Montieren der Skier hielt der Schneefall an. Sie Sonne versteckte sich hinter Nebel und Wolken. Nun schlug der Stunde der Handy-Navigation. Im Vorfeld wurde an mehreren Abenden die Installation und die Handhabung verschiedener Apps vermittelt und auch geübt. Dies zahlte sich nun aus. Bei diffusem Licht und Sichtweiten teilweise unter 5 Metern fiel die klassische Orientierung mit Karte und Kompass komplett aus. Ohne die Handynavigation hätten wir wieder umdrehen müssen. Aber so konnten wir den Übergang über das Drusator zielsicher finden und auch durchqueren. Nach der ersten Tiefschneeabfahrt des Wochenendes erreichten wir die Lindauer Hütte auf 1.744m.
Am Samstagmorgen herrschte wieder bestes Skitourenwetter. So stand dem Aufstieg auf den Großen Turm mit 2.830 Metern nichts im Wege. Das Spuren im knietiefen Neuschnee bereitete einigen Sportkameraden durchaus große Freude. Bevor der Gipfel erklommen wurde, ließen es sich die Skifahrer nicht nehmen, erst noch einige hundert Höhenmeter im Pulver wieder abzufahren, bevor es dann dem Gipfel erneut entgegen ging. Eine bestechende Fernsicht belohnte die Mühen. Bei der Abfahrt konnte sich jeder selbst seine Spur suchen und legen. Nach Rückkehr zur Lindauer Hütte begrüßte man drei weitere Sektionsmitglieder und einen alten Bekannten aus Heilbronn die noch zwei bis drei Tage bleiben wollten.
Am Sonntag ging es noch auf die 2.813 Meter hohe Sulzfluh, welche schon zum Rätikon zählt. Eine weitere Nordhangabfahrt im tiefen Schnee ließ die Mühen des Aufstieges schnell vergessen.
Drei der nun 10-köpfigen Gruppe traten am Sonntagnachmittag die Heimreise an. Die restlichen Teilnehmer genossen die herrliche Bergwelt, das gute Essen und ließen die Seele kräftig baumeln.
Bericht und Bilder: W. Müller

Skihochtour im Wallis: Dem Himmel ganz nah

Skihochtour im Wallis (27.03. - 03.04.2019): 
Dem Himmel ganz nah

Eine Bergsteigergruppe des Alpenvereins Altdorf realisierte eine Skihochtourenwoche in Eigenregie auf Basis der Walliser Skidurchquerung „Tour du ciel“.  Dem Himmel ganz nah ging es in 6 Tagen westlich von Zermatt, entlang des Mattertals über hohe Pässe und Gipfel bis 4153m nach Norden Richtung Rhonetal.
Die Tour musste die letzten 4 Jahre wegen unbeständigen Wetters an den geplanten Terminen in andere Regionen verlegt werden. Umso erfreulicher war diesmal die lange Schönwetterperiode.

So ging es bereits am Anreisetag bei strahlendem Wetter vom Zermatter Skigebiet aus am Fuß des Matterhorns entlang zur Schönbielhütte. Wie die meisten bewarteten Bergsteigerhütten bietet sie Nachtlager und Verpflegung mitten in der Bergwelt. Komfort in Form von Wasser, Abwasser fehlen allerdings völlig, weitere Zivilisations-Errungenschaften wie Strom, Licht, Wärme, Telefon, Internet sind auch bei Helikopterversorgung und Photovoltaik höchstens minimal zu realisieren. Hier freut und trifft man sich am einen kleinen Bollerofen bei LED-Licht in der Stube. Hüttenwirtin Andrea und die schweizer Gruppe waren wichtige Informationsquelle über Bedingungen, Wettervorhersagen und Routeneinschätzung.
Um 5:30 Uhr einfaches Frühstück, anschließend im Stirnlampenstrahl Kletterzeug und Skiausrüstung anlegen - das meiste davon direkt am Körper, um es ohne Rucksacköffnung sofort parat zu haben. Doch halt - zuvor noch der obligatorische Besuch von „Herzhausen“, hier zwei windschützende Granitkabinen ca. 20 m vor der Hütte: eine einfache Sitzmöglichkeit über der Öffnung - auch hier geht’s minimalistisch zu. Maximal war allerdings die Aussicht bei beginnender Morgendämmerung auf die Seracs und Eisflanken direkt gegenüber unter dem Felskamm des Dent d‘Herens (4171 m) - da blieben vor Ergebenheit der Mund und die Tür offen!
Die steile Abfahrt nach sternklarer Nacht auf harschigem Schnee war erwartungsgemäß hart aber problemlos. Dann wurden Felle unter die Skier gezogen und mit Harscheisen flankiert, um den Steilaufschwung ohne seitliches Abrutschen zu bewältigen. Die Sonne kitzelte bereits die Bergspitzen der zahlreichen 4000er und wärmte damit auch zusehends die Farben des Himmels - die Bergsteiger wärmte eher der hohe Puls in der dünnen Luft. Allerdings gabs zahlreiche Unterbrechungen für Fotos der Traumkulisse, die sich stetig mit Perspektive und Lichtverhältnisse veränderte. So verlief der Aufstieg zum Arbenhorn (3744 m) gemächlich, doch am Ende steilte er zunehmend auf, so dass Eispickel und Steigeisen zum ersten Einsatz kamen. Dort oben ging der Blick über Monte-Rosa-Massiv, Mischabel-Gruppe bis zum Weisshorn, das die Gruppe den weiteren Weg begleiten sollte.
Die Sonne hatte den Harsch inzwischen aufgefirnt, so dass die Abfahrt zum Col Durand inmitten der weiten Gletscherlandschaft ein Genuss war. Die Weiterfahrt wurde allerdings zunehmend steiler und unübersichtlicher und endete schließlich in einer 50 m Eisflanke - die Schneehöhe war dieses Jahr in der Region nur gering. Da dort an Skifahren nicht zu denken war, wurden Ski und Stöcke am Rucksack befestigt, Pickel und Steigeisen angelegt und mit Eisschrauben eine Abseilstelle eingerichtet. Unten angekommen wurde dann wieder auf Skifahren umgerüstet und der schattseitige Durand-Gletscher konnte sogar im Pulverschnee genossen werden.
Im Gegensatz zu den aus dem Mattertal erreichbaren deutschsprachigen Hütten, sind die aus dem Zinaltal (ausschließlich) französisch.

Aber auch dort auf der Cabane du Mountet gelang die Verständigung und so wurde frühmorgens ein empfohlener Umweg über den Südgrat des Blanc de Moming (3644 m) gestartet. Die teilweise ausgesetzte Blockkletterei (Schwierigkeit ZS+) musste nur für Einzelne zwischengesichert werden.
Die anschließende Traumabfahrt über 1500 Hm im Pulverschnee, vorbei an Gletscherbrüchen ging bis in den Talgrund. Von dort konnte der Gegenanstieg zur Cabane d‘ Arpitettaz bei Sonnenschein im T-Shirt genossen werden.

Am nächsten Tag wurde die Verbindungsetappe zur Cabane de Tracuit erweitert um Anstieg und Abfahrt des Weisshorngletschers.
Wer meditatives Gehen oder Schweigeseminare schätzt, sollte mal so eine Etappe unternehmen: alle Gedanken an Arbeit und Zuhause sind dort im Dauerfunkloch belanglos und verschwinden mit der Zeit von selbst. Man wird beschäftigt mit intensiver Wahrnehmung, um möglichst ökonomisch einen Weg zu setzen und immer wieder Balance zu finden, abhängig von Schneezustand, Hangneigung und Geländeform. Bei dann rhythmischem Surren der Steigfelle verändert sich in der weitläufigen Landschaft nur wenig - mehr Entschleunigung geht kaum. Wer möchte kann wahrnehmen, ob die Skier gerade auf  tragenden Harsch aufsetzen oder ihn wie ein Eisbrecher im Nordmeer in Schollen aufbrechen, oder gerade den Pulverschnee wie mit Messerklingen abkanten.
Dabei spürt man die Freiheit förmlich - meist ist man einsam unterwegs, hat alles Erforderliche für den Tourentag dabei, nicht mal der Wegverlauf ist vorgegeben - auch wenn ihn die meisten harmonisch, d.h. gleichbleibend steil ins Gelände treten. Selbst die Abfahrten kann man je nach Laune und Risikobereitschaft frei wählen. Das hat Suchtpotential.
Nach so einer Pulverabfahrt folgte der Gegenanstieg, der trotz brennender Sonne besser mit Harscheisen zu bewältigen gewesen wäre. Andere Bergsteiger kamen am Hüttenhang sogar mit Eispickel entgegen.

Die neu errichtete hochmoderne Cabane de Tracuit war Samstag mit 100 Personen voll besetzt - fast alle nutzten das schöne Wochenende für die Besteigung des wenig schwierigen Bishorn (4153 m ), einem Nebengipfel des Weisshorns (4505 m). Allerdings fehlte dort in großen Flächen die Schneeauflage, so dass besser angeseilt gegangen werden musste. Dem freien Blick vom Gipfel stand kaum was im Weg und so waren unzählige 4000er von Monte Rosa, Mischabel, Aletsch-Region bis zum Mt. Blanc-Massiv zu sehen.
Die 2000 Hm Abfahrt folgte der Aufstiegsspur bis zur Hütte und nach dem obligatorischem Espresso weiter auf schier endlosen Gletscherlandschaftendie schließlich in dem engen Tobel „Gässi“ mündeten. Die Felsen rechts und links waren glatt und mit unzähligen Schleifspuren der Gletscher gezeichnet, dazwischen zeigten sich auch Brüche von grünlichem Gletschereis. Dazwischen wie in einer Halfpipe zu carven war ein echter Hochgenuss!
Die malerisch gelegene Turtmannhütte hatte dank Materialseilbahn dann Kulinarisches zu bieten – wie in der Schweiz üblich auch als vegetarische Variante. Hüttengehilfe Viktor musste zur Wassergewinnung allerdings dafür Schnee in ein Edelstahl-Regal schaufeln, so dass es mit Sonnenhilfe schmilzt und einen Tank in der Hütte speist.

Der vermeintlich einfache Hüttenabstieg ging in 9h über 4 Jöcher und über das vergletscherte Wasuhorn (3243 m). Schon die Pipjiücke steilte unmerklich auf, so dass in prekärer Lage die Skiausrüstung am Rucksack verstaut und Steigeisen angelegt werden mussten. Die bestehenden Spuren waren dabei nur 150 m vom (unsichtbaren) Idealweg entfernt gewesen. Bei schlechten Sichtbedingungen wäre das kaum zu finden gewesen. Auch das Jungtaljoch konnte nur mit Steigeisen erreicht werden.
Zum Tourenende wurde im Gebirgsdorf Jungen der öffentliche Nahverkehr in Form einer Ruf-Seilbahn zur inzwischen schneefreien Talfahrt genutzt.

In der Autobahn-Raststation gab es dann dank Bewegungssensor automatisch das erste Mal Wasser zum Hände- und Gesicht waschen - vor einer Woche hatte das noch keiner so wertgeschätzt.

Text: Jan Kürschner; Bilder: Jan Kürschner und Wolfgang Wening

 

Skitouren im Allgäu

Skitouren im Allgäu (Fr. 15.03. - Mo. 18.03.2019)

Ursprünglich war eine "Skidurchquerung des Karwendels" geplant. Doch es kam anders. Das Karwendel musste schon bei der gemeinsamen Tourenvorbesprechung verworfen werden. Als neues Ziel für die Durchquerung wurde das Rätikon ausgewählt. Aber auch daraus wurde nichts, nachdem sich das Wetter und die Lawinenlage schlechter als gedacht entwickelten. Sogar das Tal bei St. Antönien war wegen Unwetter gesperrt.

Kurzfristig entschlossen wir uns ins Allgäu zu fahren und buchten eine Pension in Oberstdorf. Die erste Tour am Samstag machten wir noch im Hinterland, da die Lawinenwarnstufe noch bei 3 lag. Die ersten 300 Höhenmeter mussten wir die Skier tragen, dann konnten wir sie anschnallen und noch 500 Höhenmeter zum Gipfel des Schnippenkopf gehen.

Am Sonntag fuhren wir dann ins Kleinwalsertal und starteten von Innerschwende. Bei traumhaftem Wetter stiegen wir zum Toreck auf und konnten eine herrliche Aussicht u.a. auf den Hohen Ifen genießen. Abends begann es dann erst zu regnen, dann zu schneien.

Am Montag machten wir uns dann von Baad auf den Weg zur Güntlespitze. Den Gipfel schafften wir aus Zeitgründen zwar nicht mehr, dafür hatten wir eine tolle Abfahrt bei 20 cm Neuschnee.

Text: Thomas Doleschal
Fotos: Wolfgang Wening

Skitour in Osttirol

Auf Skitour in Osttirol (01.03. - 04.03.2019)

Eine Gruppe von 14 Skitourengehern der DAV Sektion Altdorf im Alter von 19 bis 66 Jahren machte sich am verlängerten Faschingswochenende auf in die Osttiroler Alpen.

Am ersten Tag ging es bei durchwachsenem Wetter vom Lucknerhaus aus gut 800 Höhenmeter hinauf zur Stüdlhütte, die zur Enttäuschung aller geschlossen hatte. Die Abfahrt erwies sich im oberen Tal als griffig, im unteren Teil als sehr harschig und abgefahren. Bei der Rast in geselliger Runde im Lucknerhaus ließ man das Erlebte Revue passieren.

Tags darauf stiegen die fünf Frauen und neun Männer bei herrlichem Sonnenschein vom Stallersattel durch kupiertes Gelände hinauf zur Roten Wand (2818 m). Auf die gleiche Idee kamen auch etliche andere Skitourengeher, so dass es auf dem Gipfel etwas eng zuging. Dies schmälerte allerdings nicht den Genuss der grandiosen Aussicht auf die Dolomitenkette mit den Drei Zinnen. Bei der Abfahrt wechselten kurze Pulverschneerinnen mit harschigem, windverpresstem Gelände – ein kleiner Wermutstropfen für die begeisterten Abfahrer.

Am Sonntag bestieg man bei Kaiserwetter den weißen Knott (2864 m) durch herrliche, weitläufige Winterlandschaft. Vom Gipfel, den die Gruppe dieses Mal für sich allein hatte, war der Gipfel des Großglockners (3798 m) zum Greifen nah, ebenso die Schobergruppe mit dem markanten Bösem Weibl (3121 m). Beim Abfahren teilte sich die Gruppe. Vier Männer fuhren Richtung Heiligblut durch fluffigen Pulverschnee ab, mussten jedoch wieder auffellen und etwa hundert Höhenmeter aufsteigen, die anderen Teilnehmer genossen die Abfahrt im aufgefirnten Schnee im Sonnenschein. Bei der gemeinsamen Einkehr im Lucknerhaus tauschte man die Erlebnisse aus.

Am letzten Tag starteten die verbleibenden Teilnehmer vom Südportal des Felbertauerntunnels aus zur Amertaler Höhe. Beeindruckende Landschaftsbilder beim 1300 Höhenmeter langen Aufstieg durch ungespurtes Gelände und dazu immer wieder der Blick zum Großvenediger machten diese Tour zu etwas Besonderem. 20 Höhenmeter unterhalb des Gipfels setzte jedoch so starker Sturm ein, dass Stöcke, Felle und alles andere festgehalten werden musste, damit es nicht davonflog. Schnell ging es zurück ins Tal und im warmen Auto zurück nach Hause.

Das Resumee der Teilnehmer lautete: obwohl das Skitourengehen einen Boom erlebt, findet man in manchen Gegenden noch genügend einsame und wenig begangene Touren, bei denen man der Natur ganz nah ist.

Text: Gisela Schuster
Bilder: Wolfgang Wening

Skitouren Pfitschtal

21 Jahre Skitouren mit den Freunden aus Wiesen/Pfitsch              

Der DAV Altdorf bietet im Rahmen der Busgemeinschaftsfahrt zum Skifahren auch Skitouren an.
Organisiert von Elke und Roland Linnert waren in diesem Jahr der Zinseler 2422 m und die Wildseespitze 2733 m bei viel Schnee die Ziele. Die Bergfreunde des Südtiroler Alpenvereins SAV Pfitsch/Sterzing begleiten diese Touren seit 21 Jahren. Bereits 1998 führte Willi Eisendle, damaliger 1. Vorsitzender der Ortsgruppe Pfitsch die Skitourengruppe zum Zinseler. Armin Geyr, jetziger 1. Vorsitzender vom SAV und Gabi Hofer führten in diesem Jahr zur Wildseespitze.

Heuer wurde die Tour zum Zinseler wiederholt. Die Bedingungen dafür waren günstig, reichlich Schnee vorhanden. Mit Taxi und Privat-PKW ließen sich die drei Frauen und sechs Männer vom Graushof in Afens, dem langjährigen Quartier der Skibusfahrt, zum Weiler Gospeneid, dem Start der Skitour fahren. Zuerst ging es auf einem Forstweg zum Gospeneider Bach, dann aufwärts am Bachgraben und bald kam man in freies Gelände. In angenehmer Steigung durch das Hochtal erreichten die Tourengeher nach einer kurzen Steilstufe bei 2300 m den Kamm, von dort flach hinüber zum Gipfelaufbau und zum großen Gipfelkreuz auf 2422 m. Durch seine in das Wipptal vorgeschobene Lage bietet der Zinzeler ein prachtvolles Panorama. Doch der kalte Nordostföhn lies die Gruppe nur kurz am Gipfelkreuz verweilen. Gerne fuhr man wieder ab in die windgeschützte Lage unterhalb der Steilstufe. Hier wurde auch gevespert.

Armin Geyr und Gabi Hofer aus Wiesen holten die Tourengeher am Sonntag vom Graushof ab. Armin hatte am Samstag eine Probetour auf die Wildseespitze unternommen und die Bedingungen für gut empfunden. Die Skitourengruppe fuhr mit Taxi und PKW dann weiter hoch ins Pfitschtal bis hinter Kematen zum Weiler Grube. Hier wurden die Felle aufgezogen und los gings. Nach dem legendären Piepser-Test startete man über freies Gelände, im Schattenbereich durchaus noch frisch. Über eine freie Wald-Schneise steil hoch, exakte Spitzkehren-Technik war angesagt, wurde es den Teilnehmern dann doch schnell warm. Die Tour verläuft vom Pfitschtal aus südseitig 1300m hoch zum Alpenhauptkamm an die Grenze zu Österreich. Das Wetter zeigte sich auch am Sonntag von seiner besten Seite: Sonne pur und dunkelblauer Himmel. Nach der Waldgrenze wird das Gelände erst flacher bis zu einer großen Quermulde unter dem Kamm, bevor es zum Gipfelaufbau hin wieder steiler wird. Der Blick zurück auf die schroffen Pfitscher Berge der gegenüberliegenden Talseite und in das Zentrum der Pfunderer Berge ist beeindruckend. Über die ausgesuchten Tiefschneehänge wedelten die Tourenfahrer begeistert hinunter. Eine kleine Herausforderung bot die schmale Abfahrt in der freien Wald-Schneise. Doch die Belohnung kam gleich. Auf dem freien Gelände wedelte die Gruppe in Formation im Firnschnee elegant hinunter ins Tal.

In den 21 Jahren gemeinsamer Skitouren wurden im Ridnauntal die Zunderspitze, im Ratschingstal die Kleine Kreuzspitze, im Flerschtal die Matratschspitze, im Ratschingstal das Schlotterjoch erklommen, um nur einige Beispiele zu nennen. 21 Jahre – das ist gelebte Partnerschaft mit den Südtiroler Freunden und das ist Nachhaltigkeit. Als Skitourengeher genießen die Altdorfer ihre freundliche, umsichtige Art, ihre Erfahrung im Gelände und in den Bergen und eben die Sicherheit, die sie vermitteln. Die Pfitscher sind in ihrer Art bescheiden. Wüsste man nicht, dass Gabi Hofer mehrere 8000 er bestiegen hat, sie selbst würde es nicht erzählen.

Die freundschaftlichen Kontakte mit Wiesen/Pfitsch bestehen seit 1982. Seit 1983 fährt der DAV Altdorf jedes Jahr zur Skivereinsmeisterschaft, seit 1998 gibt es gemeinsame Skitouren und seit 2010 besteht eine kommunale Partnerschaft zwischen Altdorf und Wiesen/Pfitsch. Initiator war 1982 Konrad Holz, weiterentwickelt durch Uli Reichert und jetzt durch Dr. Volker Güther, alles 1. Vorsitzende des DAV Altdorf. Die Initiatoren des SAV Pfitsch/Sterzing sind Willi Eisendle und Armin Geyr, ebenso 1. Vorsitzende des Südtiroler Alpenvereins. Wir Altdorfer dürfen gemeinsam mit ihnen ihre Heimat kennenlernen und sie geben den einen oder anderen Geheimtipp preis – echte Freunde eben.

Text: Monika Kürschner
Bilder: Monika Kürschner (1), Wolfgang Wening (9)

Skitourenauftakt in den Bayerischen Alpen

Neun Skitourengehen des DAV Altdorf erlebten traumhafte Bedingungen im Spitzingsee Gebiet. Drei Skitouren zwischen 650 und 850 hm wurden unternommen.  
Dank der ausgiebigen Schneefälle Mitte Januar konnte ein nahe gelegenes Skitourengebiet ausgewählt werden. Neun DAV-Mitglieder machten sich auf den Weg nach Fischbachau, darunter ein Skitouren-Neuling, Wiedereinsteiger und alte Skitourenhasen. Ein Teil der Gruppe kam im DAV-Selbstversorgerhaus Hammer unter und der Rest in einer kleinen Pension im nahegelegenen Geitau. Die Fahrt erfolgte in Fahrgemeinschaft mit zwei Kleinbussen. Der ökologische Fußabdruck der Sektion wurde gewahrt.

Die Tourenvorbereitung begann bereits im Dezember mit der obligatorischen Piepser Suche in Egensbach. Die sichere Handhabung der Lawinen-Verschütteten-Suchgeräte und die Organisation der Gruppe im Notfall müssen immer wieder verinnerlicht werden. Das Ziel dieser Tour wurde durch die Organisatoren Ingrid Hentschel und Roland Linnert relativ kurzfristig festgelegt. Die massiven Schneefälle und die damit verbundene riskante Lawinensituation mussten beachtet werden. Alle Teilnehmer beobachteten dann selbst im Vorfeld für das Spitzingsee Gebiet die Lawinensituation, Wetter und Windrichtung und machten sich Gedanken über machbare Touren. Tagesaktuell wurde die Planung vor Ort dann gemeinsam am runden Tisch besprochen und mit den bekannten Faktoren beurteilt: Anspruch der Tour und deren Disposition, Lawinenwarnstufe, Wetter und Temperatur, Wind und Triebschneeansammlungen.

Bei Schneefall starteten die Tourengeher am Samstag am höher gelegenen Spitzingsee, denn im Tal gab es Regen. Über einen Forstweg, dann im freien Gelände, vorbei an der Maxlrainer Hütte wählten sie den östlichen Aufstieg zum Taubensteinsattel. Ohne Skier ging es dann noch hoch zum Gipfelkreuz. Eine Tiefschneeabfahrt der Extraklasse im meist unverspurten Gelände belohnte die begeisterten Teilnehmer für den ersten Tag.

Auch der zweite Skitourentag startete am Spitzingsee an der Taubensteilbahn. Gleich ging es steil hoch in der Lifttrasse. Spitzkehren lernen für unsere Neue war angesagt, was sehr schnell klappte. Über tiefverschneite, sonnige Wiesenhänge, vorbei an eingeschneiten Berghütten stapfte man hoch zum Tanzeck. Ein grandioser 360 Grad Ausblick in die Bergwelt erfreute die Skifahrer an diesem sonnigen klaren Sonntag. Im Pulverschnee zogen sie ihre Schwünge bis unterhalb der Schönfeldalm. Ein paar Unentwegte mussten nochmal hochsteigen, um den Abfahrtsgenuss zu wiederholen. Die Genießer Gruppe machte es sich inzwischen auf der Terrasse der Schönfeldalm bequem. Entlang der Aufstiegsspur wedelte man später genussvoll bergab zum Taubensteinparkplatz.

Als Tourenziel für den Montag hatte sich die Gruppe den Breitenstein ausgesucht. Vom Tourengeher Parkplatz in Fischbachau - Winkl ging es vorbei an der Schweigeralm hoch zur Bucheralm. Erst steiles Wiesengelände und dann ein tiefverschneiter Wald ließen den Aufstieg zu einem imposanten Wintermärchen werden. Das Plateau unterhalb des Gipfelbereiches war recht windig, der Gipfelanstieg abgeblasen und glatt. Bei Erreichen des Gipfelkreuzes boten sich gigantische Ausblicke bis nach München, hinunter ins Inntal, zum Wendelstein gegenüber und in die tiefverschneite Bergwelt. Die Skiabfahrt musste kontrolliert den wechselnden Schneeverhältnissen angepasst werden, wobei auch wieder Powder satt dabei war.

Im Café Winklstübchen gleich unterhalb des Tourengeher Parkplatzes saßen die vier Frauen und fünf Männer noch gemütlich zusammen und genossen die XXL-Tortenstücke. Unisono war man sich einig: es waren drei gelungene Tage in unseren Bayerischen Alpen. Die Harmonie und Bergkameradschaft in der Gruppe waren hervorragend und die erfahrenen Skitourengeher Elke und Roland Linnert vermittelten der Gruppe praxisnahe Tipps und gaben Sicherheit für die Auswahl der Touren bei der mächtigen Schneehöhe.

Text: Monika Kürschner
Fotos: Monika Kürschner + Wolfgang Wening

 

Skitouren in der Venedigergruppe

Westalpendurchquerung in den Ostalpen

oder:

Pläne sind was für Anfänger

Sechs unentwegte Skitourengänger machten sich auf, eine Durchquerung in den Westalpen zu unternehmen. Es wurden in Besprechungen sowie vielen Telefonaten und E-Mails fleißig Pläne geschmiedet. Haute Route, Tour de Ciel, Tour de Soleil oder Berner Oberland waren deren klangvolle Namen. Manches wurde für gut befunden, manches nicht so sehr. Und schließlich wurden mal wieder alle über den Haufen geworfen vom ach so schnöden Wetterbericht.

So fanden wir uns unverhofft plötzlich in den Ostalpen beim Aufstieg zur Postalm in der Venedigergruppe wieder. Mangels Schnee - der hatte sich trotz seiner in diesem Winter großen Menge in den tiefen Lagen doch schon in Wasser verwandelt - mussten wir die Skier dann knappe drei Stunden zu Fuß hoch tragen. Nach der Ankunft im Mondschein erwartete uns zur Entschädigung ein hervorragendes Abendmahl.

Zur Akklimatisierung an die enorme Höhe von 1700m brachen wir in aller Herrgottsfrühe zu einer Tagestour auf die Schlieferspitze auf. Das Wetter war hervorragend und nach nicht einmal einer halben Stunde konnten die Skier schon vom Rücken an die Füße wandern. Einem perfekten Skitourentag stand nun nichts mehr im Wege. Nach 1600 Höhenmetern wurden wir am Gipfel mit großartigen Aussichten auf den Großvenediger und seine Nachbarn, mit einer rassigen Firnabfahrt und einem Nachmittag im Liegestuhl belohnt.

Um auch dem Namen „Durchquerung“ einen Sinn zu geben, wurde am Abend ein Hüttenwechsel beschlossen. So brachen wir am folgenden Morgen auch nicht später als am Vortag zur Überschreitung des Hauptkammes auf. Wir überquerten Lawinenkegel, reißende Stromschnellen und einen Gletschersee, ehe wir auf einer Steilstufe auf das Obersulzbachkees und auf diesem hinauf zum Maurertörl gelangten. Das waren zwar nur 1400 Höhenmeter, diesmal aber mit vollem Gepäck.

Vier der tapferen Recken war das genug und sie fuhren direkt zur Essener und Rostocker Hütte hinab, wobei auch der nun einsetzende leichte Regen der Stimmung keinen Abbruch tat. Zwei Unentwegte hatten aber noch nicht genug und setzten dem Tag mit dem Gipfelsturm auf den Großen Geiger die Krone auf, auch wenn die Sicht sich nur auf das Gipfelkreuz beschränkte.

Die Pläne für die nächsten Tage waren bereits geschmiedet: Simonyspitzen, Dreiherrnspitze, ein Wechsel zur Johannishütte oder auch die direkte Rückkehr zur Postalm waren im Gespräch. Da machte der Wettergott diese erneut zur Makulatur. Nach ausgiebigem Regen in der Nacht und am Morgen blieb nach Abwägung aller Risiken und Wetteraussichten nur der Weg nach unten. So fanden wir uns nach über zwei Stunden Abfahrt und Abstieg bei plötzlich wieder bestem Wetter im Tal wieder und beruhigten uns damit, dass der Schnee bei diesen Bedingungen eh zu weich für eine gefahrlose Skitour gewesen wäre.

Große Reibn

Die Große Reib'n in vier Tagen
- eine einsame Tour durch traumhafte Landschaften

Die große Kniescheiben-Reib'n
- oder: unverhofft kommt manchmal später

Der Traum von der Umrundung des Königssees auf Tourenski hat uns schon länger umgetrieben.
Nach einem ersten Versuch letztes Jahr das Ganze als organisierte Tour in Angriff zu nehmen hat es dieses Jahr trotz schlechter Vorboten doch noch geklappt.

Eine lächerliche Computerstimme von der Telekom fordert mich durch meinen Telefonhörer hartnäckig auf, laut und deutlich irgendwelche Fragen zu beantworten. Von draußen dröhnt der Straßenlärm. Im Radio Dauerfeuer durch Werbespots, als öffentlich-rechtlicher Beitrag zur Volksverblödung. Der Alltag, oder besser gesagt, der ganz normale Wahnsinn hat mich längst wieder eingeholt, obwohl ich ihm doch für knapp vier Tage entwischen konnte.

Erst gestern Abend habe ich müde, glücklich und zufrieden den Schlüssel in das Schloss meiner Haustür gesteckt. Zurück von meiner kleinen Flucht in eine andere Welt. Ich meine nicht diese Art von Ausflügen in fremde Länder, die man im Reisebüro bucht und nicht selten in einer vollklimatisierten Kabine einer Boeing beginnt. Nein, ich meine eine Welt, die eigentlich schon fast hinter dem eigenen Gartenzaun anfängt.

Sie zu entdecken ist sehr einfach und sehr günstig.

Alles was man dazu braucht ist eine Skitourenausrüstung und die paar Sachen im Rucksack, die den Menschen letztendlich glücklich machen. Etwas zu trinken und zu essen, eine Jacke und einen Schlafsack gegen die Kälte.

Es geht in erster Linie darum, mit jedem Schritt Neuland zu entdecken, ohne zu wissen, was der Tag genau bringt und wie genau das nächste Nachtquartier aussehen wird.

Die Betonung liegt auf langsam, ein Begriff, der auch von uns erst wieder neu entdeckt werden muss. Vollgas auf deutschen Autobahnen, Datentransfer durch Highspeed-Leitungen oder Fastfood vom Pizzaflitza. So sieht das Alltagstrauma aus, unter dem die meisten von uns leiden. Gehen oder besser gesagt weit gehen ist wahrscheinlich die beste Medizin dafür. Die langsamste aller Fortbewegungsarten als Heilmittel, um wieder zu sich selbst zu finden.

Freitag, 02.03.2018 
Treffpunkt 08:00 Uhr bei mir vor der Tür - Stefan, Wolfgang und ich - der andere Stefan musste leider wegen Knieproblemen passen - kurzfristige Entscheidung, dass wir die Schlafsäcke für eine evtl. Übernachtung auf der Wasseralm mit einpacken.
Die Anreise mit Wolfgangs Auto über die sehr volle Salzburger Autobahn verlief trotz allem mit dem Ziel vor Augen entspannt ab. Geplant war die Umrundung innerhalb von drei Tagen zu schaffen und den Montag noch als Puffertag in Reserve zu haben, was sich im Nachhinein als weise Entscheidung herausstellen wird.
Abstellen des Autos an der Wimbachbrücke,  Busfahrt nach Berchtesgaden und über die geschichtsträchtige Kehlsteinstrasse bis in die Nähe des Parkplatzes Hinterbrand. Aufstieg über die Großbaustelle Jenner, wo die komplette Infrastruktur zurzeit erneuert wird. Vorbei an Baukränen, arbeitslosen Schneekanonen und über geräumte Baustraßen bis zum Carl-von-Stahl-Haus. Nette Gruppe von drei Rosenheimer(innen) mit am Tisch - Gamsbraten und Kaiserschmarrn bis zum Abwinken; fränkisch-bayrische Schafkopfrunde bis zur Hüttenruhe; draußen leichter Schneefall und Sturm.

Samstag, 03.03.2018
Ein unentspanntes Aufstehen um 05:45 Uhr - schnelles Frühstück und Aufbruch in eine aufklarende Morgenstimmung. Am Schneibstein noch ein letzter Kontakt zu einer anderen Gruppe - die Rosenheimer waren schon über alle Berge und am Horizont fast nicht mehr wahrnehmbar.
Ab hier werden wir bis zur Hütte völlig alleine unterwegs sein. Wir sind aber dankbar, dass durch diese grandiose Landschaft aus Karst Buckeln und Gipfeln jemand vor uns eine Spur gelegt hat.
Aufstiege und kurze Abstiege wechseln sich ab - ständig neue atemberaubende Ausblicke - blauer Himmel, Sonnenschein - die Felle schleifen über den Pulverschnee - ansonsten Ruhe.
Hinter dem nächsten Joch erstreckt sich die nächste Hochebene und der gefürchtete Eisgraben will nicht kommen - die Zeit verrinnt und es wird langsam klar, dass die in der Tourenbeschreibung genannten 25 km und 2.400 hm an diesem Tag für uns nicht bei Tageslicht zu schaffen sind.
Stefan bekommt Knieprobleme. Einfahrt Eisgraben mit dem Versuch von Wolfgang die Direttissima zu nehmen - Abbruch in eine ca. 80 m Wand - steile Abfahrt mit dem noch steileren Durchschlupf, für den wir unsere Steigeisen aber nicht auspacken müssen.
Nachdem es schon deutlich nachmittags ist verkürzen wir die zweite Etappe auf knapp 20 km und 1300 hm - Winterraum auf der Wasseralm - tief eingeschneit bis zur Dachrinne - Schnee schmelzen - später Besuch von drei Berchtesgadner(innen) mit Zugang zu den alkoholischen Getränken. Neidisch beobachten wir, wie sie Steaks und Spießbraten dazu Kartoffelsalat und verschiedene andere Köstlichkeiten vertilgten. Bier zum Abendessen. Trotz gewichtsreduzierter Essensvariante hatten aber gefühlt doch noch sehr schwer zu tragen.
Tiefer Schlaf in eiskaltem Nachtlager.

Sonntag, 04.03.2018
Wieder Schnee schmelzen - Frühstück - Gewichtsvergleich mit den Karbonrennski der anderen Drei, die deutlich zu Ungunsten von Stefans Material ausfiel. Direkter Aufstieg von der Wasseralm auf den Funtenseetauern über den unsonnigen Winkel - wieder atemberaubende Landschaft, Sonne, totale Stille. Der Baumeister Wind hinterlässt überall seine Spuren. Gipfelglück und steile Abfahrt über Pulverschnee zum kältesten Punkt Deutschlands am Funtensee - der Busfahrer hat uns noch berichtet, dass am Mittwoch vorher dort die tiefste Temperatur des Jahres 2018 gemessen wurde: unter -40°C - wohlverdientes Abendessen. Stefans Knie werden nicht besser - Überlegung über die Saugasse abzufahren und mit dem Schiff zurück nach Königssee.

Montag, 05.03.2018
Stefan beißt - Fortsetzung der geplanten Tour - Ingolstädter Haus - Hundstodgatterl - wieder dieselben Versatzstücke wie am Vortag - Sonne, Berge, Schnee und totale Einsamkeit - steile Querung - eine der wenigen Traumabfahrten - Aufstieg oberhalb des Loferer Seilergrabens durch eine Landschaft, die ein wenig an Kanada erinnert. Gipfelrast mit leiser Anspannung was uns auf den nächsten Metern erwartet.
Zuerst über einen Idealhang dann Einfahrt in den Hang oberhalb des Loferer Seilergrabens - Stefans Bedenken wegen. der Abfahrt wurden von Meter zu Meter kleiner - der Hang steilt immer mehr auf und verschwindet - doch glücklicherweise aufgrund des weichen Schnees wird auch diese Stelle gemeistert.
Uns fällt ein Stein vom Herzen - durch das Wimbachgrieß mit großen Schwüngen können wir nahezu bis zum Auto an der Wimbachbrücke abfahren.

Die Zivilisation hat uns wieder und erfüllt von Glück und Dankbarkeit treten wir die Heimfahrt an.
Große Reibn wir sehen uns hoffentlich bald wieder.
Oder wie der Franke zu sagen pflegt – da ham die Deppn wieder Ihre Tage ghabt.

Bilder: 1+ 2 Stefan; 3, 4, 5, 7 + 8: Horst; 6: Wolfgang
Text: Horst Herzog

Skitour mit AVS Pfitsch

AVS Pfitsch „Gemeinschaftsskitour mit DAV Altdorf“ am 25. 02. 2018 zum Nusserkopf  (2354 m)

Der kälteste Sonntag des Winters war angesagt.

Da galt es schon mal – sich warm anziehen- um auf Skitour ins Pfitschtal zu gehen.

Die 15 Teilnehmer starteten in Stein und unser Ziel sollte der (2354 m) hohe Nusserkopf sein. Eiskalter Wind blies uns entgegen und die Kälte kroch bald schon unter die Kleider. Nach kurzer Zeit wurde es aber besser. Der Wald schützte uns vor dem Wind und im freien Gelände wurde der Sturm von einem Bergrücken abgefangen. So hatten wir einen sehr wohl erträglichen Aufstieg. Die Sonne tat das ihre dazu. Dank Sonne und Windstille konnten wir am Gipfel des Nusserkopfes eine ausgedehnte Rast machen. Wir wurden belohnt mit einem grandiosen Rundblick zu den Bergen des Tales.

Die Abfahrt hatte tolle Schneearten geboten, Pulver, Firn und Eis. Aus den zufriedenen Gesichtern konnte man erkennen, dass alle hoch begeistert waren.

In einer  warmen Gaststube gab es noch ein gemütliches Zusammensein, bevor wir uns von unseren Altdorfer Freunden verabschiedeten.

Wir freuen uns auf eine nächste gemeinsame Tour.

Bilder  und Text: Willi Eisendle, AVS Pfitsch

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