Mädels-Skitour

Die zwei Organisatorinnen Elke Linnert und Monika Kürschner bereiteten die Tour vor. Wegen Schneemangel musste die geplante Region Oberammergau kurzfristig geändert werden. Weiter reinfahren in die Berge war angesagt. Als neues Ziel wurde Berwang-Rinnen definiert mit Skitouren in den östlichen Lechtaler Alpen. Am Anreisetag erfreute die acht Teilnehmerinnen überraschend sonniges Wetter in den Bergen. Deshalb gab es gleich bei der Anreise in Lermoos einen Stepp. Eine Eingehtour zur Wolfratshausener Hütte am Grubigstein wurde unternommen. Die Tour war abwechslungsreich, mit genügend Schnee und herrlichen Ausblicken zur Zugspitze. Und die acht Frauen im Alter zwischen 28 und 69 Jahren harmonierten gut zusammen. Mit diesen positiven ersten Erfahrungen im Schnee wurde die Fahrt fortgesetzt zum Ziel in Bergwang-Rinnen, 1300 m hoch gelegen. Ab Bichlbach führt die Route in ein Seitental und die Frauen waren eingetaucht in den Winter, zumindest nach den Schneehaufen an der Straße. Eine herzliche Atmosphäre im Gästehaus Bergland und kulinarischen Genüsse in der nahegelegenen Rimmlstube mit regionalen Gerichten aus heimischer Jagd rundeten den ersten Tag ab.
Am Abend gings in der Stube im Quartier an die Detailplanung für den nächsten Tag. Lawinenwarnstufe 1 bis 2 war bereits zu Hause bekannt. Vor Ort überraschten die aperen Süd- und Westhänge. Nach Auskunft des Hausherrn gab es seit 4 Wochen keinen Schneefall und keinen Wind, zwei wichtige Kriterien für die Skitourenplanung. Somit mussten Touren mit der Hangrichtung Nord bis Ost ausgesucht werden. 1000 hm sollten das Limit sein und somit gab es keine große Auswahl. Die Frauen entschieden sich für den Karleskopf. Ab dem Dorf Namlos führt ein Forstweg romantisch am Brentenbach entlang, bevor dieser nach ca. 1 km überquert wird. Ab da ging gleich zur Sache. Ein schmaler Pfad im steilen Hochwald bei wenig Schnee, später im Bereich der Latschen, mit gefühlt 150 Spitzkehren waren durchaus eine Herausforderung für die Frauen. Eine kurze Mittagsrast im Schatten und gleich motivierten die oberen offenen Hänge in der Sonne zum weitern Aufstieg. Lange Querungen bis zum Joch und ein Grad, der zum Gipfel hochführt, waren der krönende Abschluss. Sonne pur, tiefblauer Himmel und eine Fernsicht ohnegleichen belohnten die Anstrengungen. Eine kurze Rast am Gipfelkreuz und schon wurde auf Abfahrt umgerüstet. Der Gipfelhang lag noch in der Sonne und ein Abfahrtstraum wurde wahr. Der weiche, tiefe Schnee wurde allerdings im Schattenbereich zum Teil harschig und die anspruchsvolle Waldabfahrt musste gemeistert werden. Und so zauberten die Frauen mehr oder weniger stilsicher den Berg hinab. Dieser Tag war ausgefüllt und alle waren zufrieden, auch etwas stolz.
Für den dritten Tourentag wurde Schneefall vorhergesagt. Elke hatte dafür die Allwettertour zum Galtjoch im Gepäck. Direkt vom Quartier aus konnten die Frauen in den Talboden zum Rotlech abfahren. Und wieder gab es einen anspruchsvollen Aufstieg im Wald zur Ehenbichler Alm. Aufgrund starker Schneefälle wurde die Tour verkürzt und die Rückreise am frühen Nachmittag angetreten. Die beiden Fahrerinnen waren froh, die bergige Strecke wegen der schneebedeckten Straße und anhaltender starker Schneefälle gerade noch ohne Schneeketten geschafft zu haben. Ein gemeinsames Abschlussessen in Garmisch rundete die drei Mädels-Skitourentage ab. Sie hatten sich gut vorbereitet, an Onlinekursen des DAV Altdorf teilgenommen, zu Hause Schneeketten probiert und Tracks aufs Handy geladen für die Navigation. Die Prämiere einer Mädels-Skitour beim DAV Altdorf war geglückt.

Text:    Monika Kürschner
Foto:    Heidi Mauer