Skitourenauftakt in den Bayerischen Alpen

Neun Skitourengehen des DAV Altdorf erlebten traumhafte Bedingungen im Spitzingsee Gebiet. Drei Skitouren zwischen 650 und 850 hm wurden unternommen.  
Dank der ausgiebigen Schneefälle Mitte Januar konnte ein nahe gelegenes Skitourengebiet ausgewählt werden. Neun DAV-Mitglieder machten sich auf den Weg nach Fischbachau, darunter ein Skitouren-Neuling, Wiedereinsteiger und alte Skitourenhasen. Ein Teil der Gruppe kam im DAV-Selbstversorgerhaus Hammer unter und der Rest in einer kleinen Pension im nahegelegenen Geitau. Die Fahrt erfolgte in Fahrgemeinschaft mit zwei Kleinbussen. Der ökologische Fußabdruck der Sektion wurde gewahrt.

Die Tourenvorbereitung begann bereits im Dezember mit der obligatorischen Piepser Suche in Egensbach. Die sichere Handhabung der Lawinen-Verschütteten-Suchgeräte und die Organisation der Gruppe im Notfall müssen immer wieder verinnerlicht werden. Das Ziel dieser Tour wurde durch die Organisatoren Ingrid Hentschel und Roland Linnert relativ kurzfristig festgelegt. Die massiven Schneefälle und die damit verbundene riskante Lawinensituation mussten beachtet werden. Alle Teilnehmer beobachteten dann selbst im Vorfeld für das Spitzingsee Gebiet die Lawinensituation, Wetter und Windrichtung und machten sich Gedanken über machbare Touren. Tagesaktuell wurde die Planung vor Ort dann gemeinsam am runden Tisch besprochen und mit den bekannten Faktoren beurteilt: Anspruch der Tour und deren Disposition, Lawinenwarnstufe, Wetter und Temperatur, Wind und Triebschneeansammlungen.

Bei Schneefall starteten die Tourengeher am Samstag am höher gelegenen Spitzingsee, denn im Tal gab es Regen. Über einen Forstweg, dann im freien Gelände, vorbei an der Maxlrainer Hütte wählten sie den östlichen Aufstieg zum Taubensteinsattel. Ohne Skier ging es dann noch hoch zum Gipfelkreuz. Eine Tiefschneeabfahrt der Extraklasse im meist unverspurten Gelände belohnte die begeisterten Teilnehmer für den ersten Tag.

Auch der zweite Skitourentag startete am Spitzingsee an der Taubensteilbahn. Gleich ging es steil hoch in der Lifttrasse. Spitzkehren lernen für unsere Neue war angesagt, was sehr schnell klappte. Über tiefverschneite, sonnige Wiesenhänge, vorbei an eingeschneiten Berghütten stapfte man hoch zum Tanzeck. Ein grandioser 360 Grad Ausblick in die Bergwelt erfreute die Skifahrer an diesem sonnigen klaren Sonntag. Im Pulverschnee zogen sie ihre Schwünge bis unterhalb der Schönfeldalm. Ein paar Unentwegte mussten nochmal hochsteigen, um den Abfahrtsgenuss zu wiederholen. Die Genießer Gruppe machte es sich inzwischen auf der Terrasse der Schönfeldalm bequem. Entlang der Aufstiegsspur wedelte man später genussvoll bergab zum Taubensteinparkplatz.

Als Tourenziel für den Montag hatte sich die Gruppe den Breitenstein ausgesucht. Vom Tourengeher Parkplatz in Fischbachau - Winkl ging es vorbei an der Schweigeralm hoch zur Bucheralm. Erst steiles Wiesengelände und dann ein tiefverschneiter Wald ließen den Aufstieg zu einem imposanten Wintermärchen werden. Das Plateau unterhalb des Gipfelbereiches war recht windig, der Gipfelanstieg abgeblasen und glatt. Bei Erreichen des Gipfelkreuzes boten sich gigantische Ausblicke bis nach München, hinunter ins Inntal, zum Wendelstein gegenüber und in die tiefverschneite Bergwelt. Die Skiabfahrt musste kontrolliert den wechselnden Schneeverhältnissen angepasst werden, wobei auch wieder Powder satt dabei war.

Im Café Winklstübchen gleich unterhalb des Tourengeher Parkplatzes saßen die vier Frauen und fünf Männer noch gemütlich zusammen und genossen die XXL-Tortenstücke. Unisono war man sich einig: es waren drei gelungene Tage in unseren Bayerischen Alpen. Die Harmonie und Bergkameradschaft in der Gruppe waren hervorragend und die erfahrenen Skitourengeher Elke und Roland Linnert vermittelten der Gruppe praxisnahe Tipps und gaben Sicherheit für die Auswahl der Touren bei der mächtigen Schneehöhe.

Text: Monika Kürschner
Fotos: Monika Kürschner + Wolfgang Wening