Tiefschneetage im Montafon

Tiefschneetage im Montafon

Das Bergdorf Gargellen ist der höchstgelegene Ort im Montafon, liegt auf 1.423 Metern und ist ein Luftkurort in Vorarlberg im Südwesten Österreichs. Von hier aus starteten fünf Skitourengeher der Altdorfer Sektion am Donnerstag gegen 11:00 Uhr zu einer 4-tägigen Skitour.
Dass es derartig erlebnisreich werden sollte, konnten die fünf Sportkameraden beim Vorbereiten und Anlagen der Ausrüstung am sonnigen Parkplatz der Seilbahnstation in Gargellen noch nicht wissen.
Ziel des ersten Tages war das kleine Bergdorf St. Antönien in der Schweiz, was bedeutete, dass man zum Grenzkamm aufsteigend, die Grenze zur Schweiz überschreiten würde. Genau am Grenzkamm stieß, wie geplant, der sechste Teilnehmer hinzu, der sich aus der Heimat aufgrund eines Arbeitstermins erst später loseisen konnte und durch die Benutzung der Seilbahn jedoch wieder Zeit gut machen konnte.
Da uns der Wirt des Alpenröslis versprach, uns „unten im Döfli“ abzuholen, sprach vieles dafür, lieber die lange Abfahrt mit rund 1.000 Höhenmetern zu genießen, als mit weniger Höhenverlust direkt zur Hütte zu queren. Dass uns der Wirt mit einem Skidoo abholten sollte, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Die rasante Auffahrt zur Unterkunft zauberte breites Grinsen über alle Gesichter.
Das Alpenrösli versorgte die Altdorfer Sportler mit gutem Schweizer Bergsteigeressen. Müsli, Käse, frisches Brot und selbstgemachte Quittenmarmelade sollten beim Frühstück dann für die wackeren Mannen eine gute Grundlage bieten, da es nun wieder zurück nach Österreich zur Lindauer Hütte gehen sollte.
Nachts hatte es zum Erstaunen aller knapp 30cm geschneit. Beim Montieren der Skier hielt der Schneefall an. Sie Sonne versteckte sich hinter Nebel und Wolken. Nun schlug der Stunde der Handy-Navigation. Im Vorfeld wurde an mehreren Abenden die Installation und die Handhabung verschiedener Apps vermittelt und auch geübt. Dies zahlte sich nun aus. Bei diffusem Licht und Sichtweiten teilweise unter 5 Metern fiel die klassische Orientierung mit Karte und Kompass komplett aus. Ohne die Handynavigation hätten wir wieder umdrehen müssen. Aber so konnten wir den Übergang über das Drusator zielsicher finden und auch durchqueren. Nach der ersten Tiefschneeabfahrt des Wochenendes erreichten wir die Lindauer Hütte auf 1.744m.
Am Samstagmorgen herrschte wieder bestes Skitourenwetter. So stand dem Aufstieg auf den Großen Turm mit 2.830 Metern nichts im Wege. Das Spuren im knietiefen Neuschnee bereitete einigen Sportkameraden durchaus große Freude. Bevor der Gipfel erklommen wurde, ließen es sich die Skifahrer nicht nehmen, erst noch einige hundert Höhenmeter im Pulver wieder abzufahren, bevor es dann dem Gipfel erneut entgegen ging. Eine bestechende Fernsicht belohnte die Mühen. Bei der Abfahrt konnte sich jeder selbst seine Spur suchen und legen. Nach Rückkehr zur Lindauer Hütte begrüßte man drei weitere Sektionsmitglieder und einen alten Bekannten aus Heilbronn die noch zwei bis drei Tage bleiben wollten.
Am Sonntag ging es noch auf die 2.813 Meter hohe Sulzfluh, welche schon zum Rätikon zählt. Eine weitere Nordhangabfahrt im tiefen Schnee ließ die Mühen des Aufstieges schnell vergessen.
Drei der nun 10-köpfigen Gruppe traten am Sonntagnachmittag die Heimreise an. Die restlichen Teilnehmer genossen die herrliche Bergwelt, das gute Essen und ließen die Seele kräftig baumeln.
Bericht und Bilder: W. Müller