Bergsteigergruppe

Bergsteiger Rückblick

Spaltenbergung und Ruderhofspitze auf 3.473m

Im Juli absolvierte eine Gruppe Bergsteiger des DAV Altdorf ein Wochenende in den Stubaier Alpen, um die im Winter in Theorie und Praxis erlernten Grundfertigkeiten der Gletscherausbildung auch im Gelände zu vertiefen.
Zu Jahresbeginn 2022 absolvierte eine gute Handvoll von Interessierten einen Spaltenbergungsworkshop beim DAV Altdorf. Diese Ausbildung beinhaltete theoretischen Unterricht und praktische Übungen in der Kletterhalle und anschließend im Steinbrüchlein Worzeldorf. Im Sommer sollte nun das Erlernte auch im Hochgebirge geübt und vertieft werden.
Die Anreise ins Stubaital erfolgte am Freitag Nachmittag mit Aufstieg auf die Franz-Senn-Hütte (2.147m). Somit war ein „Basislager“ für die zwei folgenden Tage mit Gletscherausbildung  und –Begehung gegeben.
Am Samstag brach man in Richtung innere Sommerwand auf und schon nach wenigen Stunden konnte am Gletscher das sichere Gehen mit Steigeisen und Eispickel durchgeführt werden. An kleinen und geeigneten Gletscherspalten können die Selbstrettung und der Mannschaftszug in real geübt werden. Trotz eines besten Bergwetters und guter körperlicher Verfassung waren sich die Teilnehmer bewusst, dass die Übung immer nur ein idealisiertes Abbild der hoffentlich nicht eintretenden Realität ist.
Erneut bei bestem Bergwetter stieg man am Sonntag über ein Moränenfeld und über den Alpeiner Gletscher gegen die Ruderhofspitze auf 3.473m an. Die Seilschaft musste sich eine Stunde unterhalb des Gipfels nochmal aus dem Seil ausbinden um die letzten gut 200 Höhenmeter in mäßig schwieriger Kletterei den Gipfel zu erreichen. Nach einer kurzen Brotzeit stieg man die gut 1.300 Höhenmeter wieder zur Franz-Senn-Hütte ab, schloss das Bergwochenende mit einem Erfrischungsgetränk ab und stieg die restlichen 400 Höhenmeter zum Parkplatz ab.
In Summe wurden neben dem tollen Bergerlebnis zwei Erkenntnisse mitgenommen: Trotz der Spaltenworkshops im Winter zeigt sich bereits nach wenigen Monaten, dass nur ein regelmäßiges Üben ein Beherrschen ermöglicht. Weiterhin waren alle ob des Rückgangs des Gletschers innerhalb von wenigen Jahrzehnten sehr ergriffen. Da ein betagter Hüttengast bezeugen konnte, dass noch bis vor 60 Jahren die Gletscherzunge mehrere Hundert Meter weiter im Tal lag.
      
Bilder und Text : WM  

Skitouren Wipptal

Am 09.03. war es soweit und der erste Teil der Wipptal-Skitourgruppe, koordiniert von Klaus Kiderlin und Jan Kürschner, machte sich auf den Weg zu Almis Berghotel im Obernbergtal in den Brennerbergen. Wir, die leider noch beruflich oder zwecks Praktikum eingespannt waren, wurden per Signal-Messenger auf dem Laufenden gehalten und die Vorfreude stieg durch die Bilder der zwei Skitouren bei super Wetter, die wir bekamen. Auch das Hotel mit seinem Angebot der Panorama Sauna und dem sich über mehrere Tische erstreckende, vielseitige Buffet trug dazu bei, dass wir es kaum abwarten konnten am Freitag in den VW Bus zu steigen und zu 5. (coronabedingt leider nicht zu 6.) nachzukommen. Da wir zwei dieses Jahr erst gestartet haben auf Skitour zu gehen und somit überhaupt erst 4-5 Skitouren gegangen sind, waren wir besonders gespannt was uns erwartet, fühlten uns aber gleich super wohl in der gemischten und altersmäßig doch unterschiedlichen Gruppe. Nachdem wir am Freitagabend nach einigen Stunden Fahrtzeit ankamen, planten wir noch eine Tour für Samstag und gingen nach gemütlichen Beisammensitzen ins Bett.
Am nächsten Morgen ging’s nach dem sehr guten und reichlichen Frühstück, dass auch für vegane Ernährung top ausgelegt war, vom Hotel aus los zum Südlichen Rosslauf. Das erste Stück war flach aber schön am Bach, später am See entlang dann aufwärts. Immer wieder kam die Sonne zwischen den Wolken zum Vorschein. Später hatten wir mit einem heftigen Wind und verblasenen Gelände zu kämpfen und arbeiteten uns Stück für Stück über den harschigen Schnee nach oben. Die Aussicht: ein Traum. Im steileren Bereich war man mit Harscheisen auf der richtigen Seite und die Bedingungen waren schwer. Gerade die Querungen waren herausfordernd, zusätzlich für unseren Splittborder. Wir wurden super unterstützt von den erfahrenen Hasen und konnten den ein oder anderen Tipp, was die Durchführung von Spitzkehren betrifft mitnehmen und am nächsten Tag in dafür freundlicherem Gelände nochmal intensiv üben und uns verbessern.
Aufgrund des eisigen Winds entfiel das Vesper am Gipfel und es ging ans abfellen und abfahren. Zwei von uns sind bereits kurz unter dem Gipfel, der zugegebenermaßen auch nicht so offensichtlich kenntlich war, abgefahren und wir folgten. Runter ging’s durch wechselnde Schneeschichten, oben verharscht und unten dann etwas sulzig, aber auch zwischendrin wechselhaft, was nicht wenig anspruchsvoll war aber auch viel Spaß gemacht hat. Nach einer schönen Tour war noch Zeit einen Kaffee zu trinken oder die Sonne zu genießen bevor es zum Teil in die Sauna mit Bergpanorma und dann zum Abendessen ging. Hier wieder super Essen. Geplant wurde zusätzlich die nächste Tour. Aufgrund der Schneelage war klar, dass wieder eine Nordhangtour Ziel wird, allerdings achteten wir darauf möglichst wenig Wind ausgesetzt zu sein. Es wurden noch ein- zwei Spiele gespielt, bevor wir uns dem wohltuenden Schlaf gewidmet haben.
Am nächsten Morgen hieß es dann schon wieder alles zusammen packen und hoch auf den Fradersteller, wie am Tag zuvor vom Hotel aus und circa. 900hm. Die Tour führte anfangs über eine Art Fuhrweg und dann ein bisschen steiler durch den Wald. Bei herrlichem Sonnenschein, weiter aufwärts mit kurzer Vesperpause und das letzte Stück dann doch mit ein wenig Wind aber gut machbar und wunderschön. Gipfelfoto und dann ging’s an die Abfahrt. Vor allem im oberen Teil noch ein bisschen durch den Tiefschnee, später im Wald sehr anspruchsvoll, da die Schneelage eher dünn war und es sehr eng zu ging. Das letzte Stück über den vereisten Fahrweg zurück bis zum Hotel, wo noch ein Kaiserschmarren in der Sonne als toller Abschluss anstand bevor es gegen frühen Abend zurück nach Hause ging.
Für uns war es ein wunderschönes Wochenende mit tollen Skitouren, guten Gesprächen, Sonne, neuen Tipps und Erfahrungen, Entspannung, super Essen (besonders bei veganer Ernährung ist das in Österreich leider noch keine Selbstverständlichkeit) und super Leuten.

Text: Arved Vogel und Leonie Schneider

Mädels-Skitour

Die zwei Organisatorinnen Elke Linnert und Monika Kürschner bereiteten die Tour vor. Wegen Schneemangel musste die geplante Region Oberammergau kurzfristig geändert werden. Weiter reinfahren in die Berge war angesagt. Als neues Ziel wurde Berwang-Rinnen definiert mit Skitouren in den östlichen Lechtaler Alpen. Am Anreisetag erfreute die acht Teilnehmerinnen überraschend sonniges Wetter in den Bergen. Deshalb gab es gleich bei der Anreise in Lermoos einen Stepp. Eine Eingehtour zur Wolfratshausener Hütte am Grubigstein wurde unternommen. Die Tour war abwechslungsreich, mit genügend Schnee und herrlichen Ausblicken zur Zugspitze. Und die acht Frauen im Alter zwischen 28 und 69 Jahren harmonierten gut zusammen. Mit diesen positiven ersten Erfahrungen im Schnee wurde die Fahrt fortgesetzt zum Ziel in Bergwang-Rinnen, 1300 m hoch gelegen. Ab Bichlbach führt die Route in ein Seitental und die Frauen waren eingetaucht in den Winter, zumindest nach den Schneehaufen an der Straße. Eine herzliche Atmosphäre im Gästehaus Bergland und kulinarischen Genüsse in der nahegelegenen Rimmlstube mit regionalen Gerichten aus heimischer Jagd rundeten den ersten Tag ab.
Am Abend gings in der Stube im Quartier an die Detailplanung für den nächsten Tag. Lawinenwarnstufe 1 bis 2 war bereits zu Hause bekannt. Vor Ort überraschten die aperen Süd- und Westhänge. Nach Auskunft des Hausherrn gab es seit 4 Wochen keinen Schneefall und keinen Wind, zwei wichtige Kriterien für die Skitourenplanung. Somit mussten Touren mit der Hangrichtung Nord bis Ost ausgesucht werden. 1000 hm sollten das Limit sein und somit gab es keine große Auswahl. Die Frauen entschieden sich für den Karleskopf. Ab dem Dorf Namlos führt ein Forstweg romantisch am Brentenbach entlang, bevor dieser nach ca. 1 km überquert wird. Ab da ging gleich zur Sache. Ein schmaler Pfad im steilen Hochwald bei wenig Schnee, später im Bereich der Latschen, mit gefühlt 150 Spitzkehren waren durchaus eine Herausforderung für die Frauen. Eine kurze Mittagsrast im Schatten und gleich motivierten die oberen offenen Hänge in der Sonne zum weitern Aufstieg. Lange Querungen bis zum Joch und ein Grad, der zum Gipfel hochführt, waren der krönende Abschluss. Sonne pur, tiefblauer Himmel und eine Fernsicht ohnegleichen belohnten die Anstrengungen. Eine kurze Rast am Gipfelkreuz und schon wurde auf Abfahrt umgerüstet. Der Gipfelhang lag noch in der Sonne und ein Abfahrtstraum wurde wahr. Der weiche, tiefe Schnee wurde allerdings im Schattenbereich zum Teil harschig und die anspruchsvolle Waldabfahrt musste gemeistert werden. Und so zauberten die Frauen mehr oder weniger stilsicher den Berg hinab. Dieser Tag war ausgefüllt und alle waren zufrieden, auch etwas stolz.
Für den dritten Tourentag wurde Schneefall vorhergesagt. Elke hatte dafür die Allwettertour zum Galtjoch im Gepäck. Direkt vom Quartier aus konnten die Frauen in den Talboden zum Rotlech abfahren. Und wieder gab es einen anspruchsvollen Aufstieg im Wald zur Ehenbichler Alm. Aufgrund starker Schneefälle wurde die Tour verkürzt und die Rückreise am frühen Nachmittag angetreten. Die beiden Fahrerinnen waren froh, die bergige Strecke wegen der schneebedeckten Straße und anhaltender starker Schneefälle gerade noch ohne Schneeketten geschafft zu haben. Ein gemeinsames Abschlussessen in Garmisch rundete die drei Mädels-Skitourentage ab. Sie hatten sich gut vorbereitet, an Onlinekursen des DAV Altdorf teilgenommen, zu Hause Schneeketten probiert und Tracks aufs Handy geladen für die Navigation. Die Prämiere einer Mädels-Skitour beim DAV Altdorf war geglückt.

Text:    Monika Kürschner
Foto:    Heidi Mauer            

Leichte Skitouren am Spitzingsee

Acht Tourengeherinnen und Tourengeher des DAV Altdorf nutzten das Angebot, sich mit leichten Skitouren auf eine mit hoffentlich weniger Einschränkungen verbundene Saison 2022 einzustimmen. Das Gebiet um Spitzingsee und Sudelfeld eignet sich gut dafür. Die Schneelage war allerdings doch sehr dürftig, dafür strahlte die Sonne umso mehr.
Nach der Ankunft am Parkplatz Taubensteinhaus stieg man an der Schönfeldalm vorbei hinauf zum Tanzeck und staunte über die grandiose Aussicht. Bei der Abfahrt musste man zunächst vorsichtig agieren, denn die dünne Schneedecke verdeckte die Steine nur oberflächlich. Später auf der Piste ging es flott ins Tal.
Am nächsten Tag entschied man, das schattige Sointal hochzulaufen. Wunderschöne Winterlandschaft mit einem mäandernden Bach und den Ruchköpfen am Talschluss. Am Soinsee vorbei führte die Abfahrt über teilweise steile, enge Wege und war etwas herausfordernd. Im Wald mussten die Skier teilweise getragen werden. Zum Schluss konnte
man bis zum Quartier in Geitau fahren.
Am Sonntag war der Vogelsang im Skigebiet Sudelfeld das Ziel. Vom Gasthof Rosengasse ging es über Wiesenhänge an Liften vorbei hinauf. Über die Piste führte die Abfahrt und nach einem Zwischenstopp auf der Speckalm konnte gut gestärkt und mit schönen Erlebnissen im Kopf die Heimfahrt angetreten werden.

 

Skitouren in den Bayerischen Alpen – Leichte Skitour zum Wiedereinstieg in die Tourensaison

Sonne pur und eine traumhafte Fernsicht erwartete die achtköpfige Skitourengruppe des DAV Altdorf rund um den Spitzingsee. Am Freitag starteten vier Teilnehmer bereits um 9:30 an der Talstation der Taubensteinbahn hoch zum Tanzeck. Wenig Schnee, Lawinenwarnstufe 1 waren diesmal die Herausforderung und zwei Ranger unterhalb des Jägerkamps die Überraschung, da ein altbekannter Altdorfer dabei war. Die Gruppe wusste um das Auerhahn-Schutzgebiet Bescheid und punktete bei den Rangern. Nach kurzer Rast unterhalb des Tanzecks wollte der Tiefschnee für die Abfahrt zur Schönfeldalm gesucht werden. Die Alm war geschlossen und ein Getränkeautomat animierte die Gruppe nicht wirklich zum Hinsetzen. Und so ging es über Schiebepassagen und eine recht glatte Abfahrt wieder zum Parkplatz Taubenstein. Dieser war inzwischen voll besetzt. Die anderen vier Teilnehmer des zweiten Autos starteten gegen Mittag zum Aufstieg zur Firstalm und dann weiter zur Brecherspitz. Ein ganz Hartgesottener erreichte den Gipfelanstieg zu Fuß, denn die Schneebedingungen waren auf der Sonnenseite noch mickriger. Nachmittags trafen sich dann alle im Privatquartier in Geitau. Abends gings gemeinsam gleich nebenan ins Gasthaus. Die Schweizer Woche bot allen einen kulinarischen Genuss der Extraklasse.
Wo ist ein guter Schnee für den nächsten Tag zu finden? Mehrere Vorschläge kamen zur Sprache und wurden diskutiert. Die Entscheidung fiel für den Aufstieg nordseitig zum Soinsee. Zunächst musste ein steiler Waldweg mit Tragepassagen hochgestiegen werden. Nach dem Silberberghaus führte ein Panoramaweg ins Sointal, gut mit Schnee gesegnet. Landschaftlich reizvoll am Bach entlang führte der Aufstieg hoch bis oberhalb des Soinsees. Nach der Vesperpause entschied man sich neben zwei anderen Varianten für die Abfahrt nach Geitau. Teils mussten schmale Wege gemeistert werden, teils gab es wirklich Tiefschnee, bevor im Talboden ein langer Auslauf bis zum Quartier in Geitau den zweiten Tourentag abrundete.
Und wieder waren abends Schweizer Spezialitäten angesagt. Das machte gute Laune für die Tourenplanung am dritten Tag. Die Idee war, die Skier zu schonen und auf der Piste abzufahren. Am Parkplatz Rosengasse startete die Skigruppe seitlich entlang des Skigebietes Sudelfeld mit Ziel Vogelsang. Mit Harscheisen konnte der Gipfelanstieg bewältigt werden, wo Sonne und Fernsicht die Belohnung waren. Die unterhalb gelegene Speckalm sollte den Abschluss für das Touren-Wochenende bilden. Dort angekommen, war die Gruppe wieder in der Zivilisation zurück. Nach durchaus einsamen Touren der letzten zwei Tage waren die vielen Menschen auf der Terrasse schon gewöhnungsbedürftig. Die Alm ist ein Bergrestaurant mit besonderem Flair. Nachdem außen ein Plätzchen ergattert war und eine warme Suppe einverleibt, konnte nach einem kurzen Anstieg die schwarze Piste zum Parkplatz Rosengasse abgefahren werden. Aus jedem Tag das Beste zu machen bei wenig Schnee, das war gelungen. Eine kurze Anreise ins Skigebiet für leichte Skitouren, zwei Autos mit acht Teilnehmern sind ein guter Weg zu einer klimaverträglichen Mobilität beim DAV Altdorf.

 

3-Königs-Skitouren

Wie jedes Jahr starteten die SkiBergsteiger des Alpenvereins Altdorf am 3-KönigsTag in die Skitourensaison – diesmal in den Lechtaler Bergen.
Die Schneelage war erwartungsgemäß dünn, aber die 20-30cm Neuschnee vom Vortag versprachen Tiefschneespaß ohne große Lawinenprobleme.
Noch am Anfahrtag startete die 10-köpfige gemischte Gruppe gemütlich von Kaisers zur Kaiseralm – als Alternative zur angedachten südseitige Skitour, die keinen geeignete Schneeunterlage aufwies.
Am nächsten Tag gings von Gramais aus in die Nordhänge des Schafkars. Erst durch lichten Bergwald, dann mit Spitzkehren in steile felsdurchsetzte Hänge und schließlich über eine lange Querung bis zum Gipfeljoch. Die Abfahrt hatte perfekten Altschnee mit dicker Powderauflage, die Schwünge gelangen ohne Mühe. Die Steilhänge vom Aufstieg waren teils gut fahrbar oder wurden über steile Rinnen umfahren.
Am 3. Tag teilte sich die Gruppe in Wandern & Wellness und eine ambitionierte Gruppe, die sich trotz Schneefall mit schlechter Sicht auf den GPS-Track zum Horlemannskopf wagte. Die im Führer beschriebenen waldigen Steilstufen waren mit Skiern nicht zu bewältigen, sondern mussten mühsam zu Fuß erstiegen werden. Anschließend war harte Spurarbeit im tiefen Neuschnee angesagt. Wegen fehlender Altschnee-Unterschicht rutschte der Neuschnee dabei immer wieder ab Grund weg. Als dann im Steilgelände noch Triebschnee hinzukam entschloss sich die Gruppe zur Umkehr. Alternativ zu den fußläufigen Steilstufen wurde mit Handy-Navigation eine Alternative gefunden. Diese bescherte zwar mit zunehmend dünner werdenden Neuschneeauflage häufigere Grundkontakte, ermöglichte aber letztendlich die Abfahrt bis zum Ausgangspunkt.
Am letzten Tag lies die gesamte Gruppe den Saisonstart mit einer unschwierigen Skitour von Boden zum Sattele ausklingen. Der erneute Neuschnee-Zuwachs bescherte allen die erhoffte Pulverschnee-Abfahrt und Lust auf weitere gemeinsame Unternehmungen.

 

Skitouren-Training / Verschütteten-Suche

Rechtzeitig vor Beginn der Ski- und Schneeschuhtouren-Saison lud der Alpenverein Altdorf zur jährlichen Suchübung für Lawinen-Verschüttete nach Egensbach.
30 Aktive übten die Abläufe mit Lawinenverschütteten-Suchgeräten (LVS) und Sonden und diskutierten Taktiken und Strategien der Kameradensuche bei Einzel- und Mehrfachverschüttungen und auch Notrufmeldung in internetfernen Regionen.
Alle Suchobjekte konnten in kurzer Zeit gefunden und deaktiviert wurden. Die im Ernstfall erforderlichen Schnee-Grabungsarbeiten werden auf Skitour in den Alpen nachgeholt.
Natürlich stehen beim Skibergsteigen die Prävention und Risikomanagement im Vordergrund:  Grundlagen für Einsteiger und Refresher, Lawinenkunde, Tourenplanung, Handy-Navigation, Spaltenbergung werden als Workshops an 5 Info-Abenden für Jedermann/frau am 30.Dezember und 11./13./18./20. Januar angeboten.

 

Klettern an der Ehrwalder Sonnenspitze

Klettern an der Ehrwalder Sonnenspitze 2019

Klappe, die Zweite…


… und diesmal hat´s geklappt.
Mittwoch früh 08:00 Uhr am Parkplatz vor der Kletterhalle und der Sonnengott hat es diesmal schon fast zu gut gemeint. Schnell das Gepäck in den Wallenstein-Stuck-Sprinter geladen und los.

Kurz nach elf waren wir an der Talstation der Ehrwalder Almbahn und hatten uns angesichts der Hitze und der großen Rücksäcke auch für deren Benutzung entschieden und uns damit 400 Hm im eigenen Saft erspart. Der Restweg war immer noch lang genug.
Gegen halb drei waren wir auf der Coburger Hütte und bezogen ein ganz kleines 6er Lager unter der Dachschräge. Füße aufstellen in Rückenlage ging deshalb nicht und anders rum hätten vielleicht unsere Nasen schaden genommen.

Plan war eigentlich, am ersten Tag ein bisschen einklettern und am Freitag dann die Tour. Aber der Wetterbericht für Donnerstag war zu schön, also sch….  auf den Plan und gleich früh ging´s über Wiesen und diverse Altschneefelder zur Biberwierer Scharte. Dann den steilen Grashang hoch zum Einstieg. In drei Seilschaften (Elke & Dany, Uschi & Thomas, Heike & ich) den Südgrat der Ehrwalder Sonnenspitze hinauf, die auch oft das „Matterhorn Tirols“ genannt wird. Nach dem Topo 18 Seillängen, viele davon aber Gratschergelände, grasdurchsetzte Schofen, lockeres Zeug und lose Blöcke. Und immer absturzgefährlich!

Die erste und gleichzeitig die Schlüssellänge (V-) hat uns dann auf ihren 35 m schon richtig gefordert und eine ganze Stunde Zeit gekostet. Danach seilfrei über einen grasigen Steilhang zum 2. Aufschwung mit zwei wunderschöne Längen im oberen vierten Grad.
Die folgenden 3 Längen unschönes Schrofengelände haben wir wegen der Ausgesetztheit auch gesichert. Der 3. Aufschwung wirkte aus dieser Entfernung unheimlich glatt, plattig und schwer. Näher dran hab ich dann gedacht „na ja nach vier Metern kommt ne Kurve dann hat sich´s“. Falsch gedacht, volle 30 m anhaltend IV+ mit dem Rucksack, schweißnassen Händen, in der Hitze, in drückenden Kletterschuhen, kurz: Alles was man halt am Alpinklettern so mag – oder auch nicht. Aber dann war´s geschafft, noch zwei leichte Seillängen und die letzten paar Meter fast weglos zum G i p f e l, ganz für uns allein. Brotzeit raus, Gipfelfotos und der Dany hat es sich nicht nehmen lassen noch dem sichelförmigen Gipfelgrat zum Kreuz zu folgen.

Nach kurzer Rast haben wir uns gegen 14:00 Uhr an den langen Abstieg über den Normalweg (II+) gemacht. Im Gipfelbereich mussten wir ein paar Hm weglos absteigen dann wechselweise abklettern, ablassen, abseilen, immer konzentriert, vorsichtig und - schier endlos.
Nach knapp 10 Stunden waren wir alle wieder kaputt aber zufrieden auf der Coburger Hütte und haben einen oder zwei gehoben.

Am nächsten Tag dann etwas gemütlicher, Uschi und Thomas waren an der „Love Story“ (6 Sl 4+) und wir anderen vier in Wechselführung an der „Take it easy“ (6 Sl 4) mit dem luftigen Quergang am Ende. So haben die Mädels ihre ersten „alpinen“ Vorstiege perfekt gemeistert. Die fleißigen waren nachmittags noch im Klettergarten, während ich versucht habe mit meinen Füßen die Fische im Drachensee zu vergiften. (Für Tierfreunde: sind natürlich keine drin). Und man glaubt es nicht, abends gab´s wieder ein super Steak zu essen!

Am Samstag früh haben wir uns mit unserem schweren Gepäck auf den langen Abstieg über den „Hohen Gang“ gemacht, den direkten und steilen Weg zurück zur Talstation. Dabei sind uns Scharen von Leuten begegnet, die im Aufstieg bereits im unteren Teil des Weges bemitleidenswert „platt“ waren. Selber schuld!

Dany und der Wallstein-Stuck-Sprinter haben uns wieder gut nach Franken zurückgebracht. Eine klasse Tour auf einen wunderschönen Berg, allen hat´s gefallen, keiner verletzt, so soll´s sein.

Herbert Herrmann

 

Dolomitenklettern 2018

Klettern in den Dolomiten

(22. bis 29. Juli 2018)

Also - von den Dolomiten kann man nicht genug kriegen! So sagten wir es uns auch dieses Jahr wieder, und - nix wie hin!

Wir, das waren Heike, Sabine, Manuela, Matthias, Gerhard, Klaus, Daniel, Herbert und Wolfgang.

Man sollte nur vielleicht mal den Standort und die Perspektive wechseln. Gedacht - gemacht.
So war unser neues Basislager das Haus „Andrea“, ein altes Bauernhaus im Saum von Cortina D`Ampezzo, gemütlich vom Schreiner veredelt und pfiffig ausgebaut. Der Blick vom Balkon ging auf die Tofana und den Bergzug des Monte Cristallo – berauschend!

Zum Auftakt der Woche gab es Grappa und Nudeln und als Untermalung erklang - auch in unserem Bergbus - regelmäßig und zum Mitsingen das alte Partisanenlied „O Bella ciao, Bella ciao, Bella ciao, ciao, ciao“ von Hannes Wader.

Die Kletterouvertüre war dann am Montag der „GianeloWeg“ (6SL,4) an der Croda Negra hinter dem Paso Giau. Blaubeer- und Nusstorte warteten hinterher als Belohnung auf der Terrasse des Rifugio Fedata.

Dienstag, die Sonne lachte, die Drei Zinnen lockten und wir setzten das Highlight unser Dolomitentage. Wir erkletterten die Große Zinne in zwei Gruppen: die eine meisterte den „Normalweg“ (9 SL empfohlen, Rest am kurzen Seil 4) und vier Mann die „Dibonakante“ (18 SL und eine Abseilstelle 4+). Ein grandioses Erlebnis. Im Radio dazu der passende Song „We feel like in heaven“. Der Tour angemessen abends dann Pizza am Misurinasee.

Mittwochs dann wieder mit “Bella ciao“ über den Paso Giau zum Nuvolau an den Torre Anna und  durch die „Kaminführe“ (4-5 SL 4). Vom Gipfel einmal abseilen und wieder zurück über die Edelweißwiese zum Blaubeerkuchen. Eine echte Genusstour, in jeder Hinsicht.
Abends gab es nun eine ausführliche Kletterkonferenz, denn das Wetter am Donnerstag sollte schlechter werden.

Eine große Tagestour erschien uns zu unsicher und so reagierten wir mit Einseillängenrouten am Klettergarten „Spitzer Stein“ am Kleinen Lagazuoi. Lange Routen bis 6, aber bereit zum spontanen Rückzug.
Es wirkte manchmal schon beklemmend, dort über ehemaligen Schützengräben und Verhauen aus dem Ersten Weltkrieg zu klettern. Ein und derselbe Ort, doch Kriegsnot und Freizeitvergnügen sind nur um hundert Jahre getrennt.
Zurück in unserer glücklichen Jetztzeit. Nachmittags Einkehr mit Schlutzkrapfen, Einkaufsbummel und Eisbecher in Cortina und abends Knotenkunde bei Bier und Wein. So läßt‘s sich sein.

Ein sonniger Freitag lockte uns ans so genannte „Trapez“ (eine Routenauswahl von 5 - 7 SL im 4. bis 5. Grad) am Lagazuoi, gegenüber vom Hexenstein. Hinterher Einkehr in die Valparolastube.

Und auch der Samstag sah uns nochmals als „Trapez“- Künstler am Lagazuoi-Massiv.

Der legendäre Apfelstrudel beim Strobel versüßte den Dolomitenabschied und der Tag klang aus am Misurinasee mit dem klassisch-phantastischen Blick auf die Sorapis-Gruppe. Abschied.

Am Sonntag trug uns der Wallenstein-Stuck-Sprinter staufrei in die fränkische Heimat zurück, während Sabine, Matthias und Daniel noch ein klettertechnisches Sahnehäubchen drauflegten:
Sie erklommen noch die 300m hohe und nur 50 - 60m breite Nadel des „Campanile di Val Montanaia“ (9SL, 5-) in den Friauler Dolomiten.

Respekt!

Wolfgang & Herbert

Ehrwalder Sonnenspitze

Klettern an der Ehrwalder Sonnenspitze

(24. bis 27. Juni 2018)

Gleich mal Vorweg: Für die Überschreitung der Ehrwalder Sonnenspitze hat uns leider die Sonne gefehlt. Geplant war der Aufstieg über den Südgrat (5- Stelle, mehrere Stellen 4+) und Abstieg über den Normalweg (2+).

Aber der Reihe nach:

Nach gemütlicher Anfahrt und beschwerlichem Aufstieg von etwa 3 ½ Stunden von Ehrwald über die Seebene-Alm und -See zur Coburger Hütte (den Lift haben wir natürlich verschmäht) sind wir gegen 15:30 Uhr dort angekommen. Der Rucksack mit dem Gewicht vom Seil und dem ganzen Klettereisen hat so auf´s Gemüt gedrückt, dass wir den Plan nach der Ankunft noch was zu „reißen“ dann einstimmig verworfen haben.

Am Montag hat es dann geregnet, aber wir konnten wenigstens den Einstieg vom Südgrat erkunden. Alles war patschnass aber die ersten Bohrhaken der Tour konnten wir sehen.

Dienstag war das Wetter besser, aber eben nicht gut genug für eine so lange Tour. Also haben wir, die Mädels und ich uns die „Love Story“ (6 SL, 4+) vorgenommen und die Jungs haben derweil ein  „Poker Face“ (7 SL 5+) gemacht. Abwechslungsreiche Kletterei, gebohrte Standplätze und Zwischenhaken aber nicht zu unterschätzen, so dass man schon mal die kalten Hände aus den Taschen nehmen musste.

Nächster Tag, wieder nichts mit Überschreitung. Also haben wir es easy genommen und sind die „Take it easy“ (6 SL 4) geklettert, während die Jungs mit einem „gefräßigen Murmeltier“ (5 SL 5+) gerungen haben. Auch die Take it easy ist bestens abgesichert, hat allerdings einen überraschend luftigen Quergang am Ende. Da hingen die hinteren 5 Buchstaben schon mal schön im Freien.

Die Jungs haben ihr Murmeltier auch niedergekämpft und waren nach einer finessereichen Abseilaktion dann schon vor uns wieder auf der Hütte. Nachmittags haben wir dann noch Hand und Fuß an den Klettergarten gelegt und die Mädels sind mit Vorstiegen im oberen 4. Grad zur Hochform aufgelaufen.

Den Leistungen entsprechend ist auch das Abendessen ausgefallen - ich hab noch nie vorher auf einer Hütte ein Steak gegessen - ein Genuss. Kein Wunder dass es bei der guten Verpflegung und den netten Wirtsleuten fast unmöglich ist, hier Quartier zu bekommen.

Versteht sich von selbst, dass wir da unbedingt wieder hin wollen. Zu tun gibt’s dort noch genug und schließlich hängt ja da noch ein dicker Hering von uns!

Die Mädels:    Heike und Uschi
Die Jungs:      Gerhard und Danny
und:                i c h.

Herbert Herrmann

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