Wanderung im Land um Stauf

Wanderung im Land um Stauf

Die Anfahrt über Stauf bot nicht nur einen Blick auf liebliche Landschaftsformen, sondern wir befanden uns kurzfristig auch auf der europäischen Wasserscheide, d.h. hier fließt nordwärts das Wasser in den Atlantik und südwärts ins Schwarze Meer.

Der touristische Titel ‚Im Land um Stauf‘ weist auf die Geschichte der Adelsfamilie „von Stauff“ hin und ihren damaligen Sitz auf dem 535 m hohen Burgberg. Die Burg Stauf wurde 1138 erstmals urkundlich erwähnt. Sie teilte jedoch das Schicksal vieler Burgen, denn sie wurde mehrfach zerstört. Heute sind die ausgebauten Reste der Burg in privater Hand und können daher nicht besichtigt werden.

Unsere Wanderung begann in Thalmässing auf dem Keltenweg, der langsam aber stetig vom Thalachtal über Gebersdorf hoch nach Landersdorf führt. Freundlich aufgenommen im Landgasthof Weglehner genossen wir unser Mittagessen. Gestärkt und mit Neugier durchstreiften wir anschließend das Geschichtsdorf Landersdorf. Die rekonstruierten Häuser zeigten uns, wie man

  • im Steinzeithaus um das 4. Jahrtausend vor Chr. lebte,
  • im Keltenhaus um 1100 bis 1040 vor Chr. mit Lehmflechtwänden und Strohdach,
  • im Bayuwarenhaus während des 6. und 7. Jahrhunderts n. Chr.
  • … und in einem vorgeschichtlichen Garten erfuhren wir von Emmer, Dinkel, Einkorn und Pflanzen zum Färben von Kleidung - Frauen waren anscheinend schon immer modebewusst.

Wie die Kelten Bohnerz verhütteten, konnten wir auf dem Weg nach Waizenhofen vor einem kleinen Rennofen unter großen Eichen erfahren. In ihm war es möglich, die nötigen 1100 bis 1350 Grad zu erzeugen, um Eisen von Gestein zu trennen.

Nach dem Ort Waizenhofen befanden wir uns auf dem gleichnamigen Espan und besuchten hier ein Hügelgrab. Steil abwärts durch den Wald treten wir zum Bus in Thalmässing, denn es erwartete uns in Stauf noch ein Höhepunkt des Tages: die Besichtigung des Michael-Kirschner-Kulturmuseums.

Die betreuenden Vereinsmitglieder des Museums bewirteten uns zur Nachmittagsstunde und beglückten uns danach mit einer interessanten Führung durch das Wohnstallhaus, sowie die alte und neue Scheune. Vor allem unsere Wanderinnen entdeckten so viele Hausgeräte, die die Eltern oder Großeltern noch verwendet hatten. Es fühlte sich wahrlich wie eine ‚Wanderung‘ durch sehr viele Jahrzehnte an und ließ niemanden unberührt. Nach einer herzlichen Verabschiedung fuhren wir erfüllt vom Erlebten nach Hause.

Inge Dorlöchter