Ehrwalder Sonnenspitze

Klettern an der Ehrwalder Sonnenspitze

(24. bis 27. Juni 2018)

Gleich mal Vorweg: Für die Überschreitung der Ehrwalder Sonnenspitze hat uns leider die Sonne gefehlt. Geplant war der Aufstieg über den Südgrat (5- Stelle, mehrere Stellen 4+) und Abstieg über den Normalweg (2+).

Aber der Reihe nach:

Nach gemütlicher Anfahrt und beschwerlichem Aufstieg von etwa 3 ½ Stunden von Ehrwald über die Seebene-Alm und -See zur Coburger Hütte (den Lift haben wir natürlich verschmäht) sind wir gegen 15:30 Uhr dort angekommen. Der Rucksack mit dem Gewicht vom Seil und dem ganzen Klettereisen hat so auf´s Gemüt gedrückt, dass wir den Plan nach der Ankunft noch was zu „reißen“ dann einstimmig verworfen haben.

Am Montag hat es dann geregnet, aber wir konnten wenigstens den Einstieg vom Südgrat erkunden. Alles war patschnass aber die ersten Bohrhaken der Tour konnten wir sehen.

Dienstag war das Wetter besser, aber eben nicht gut genug für eine so lange Tour. Also haben wir, die Mädels und ich uns die „Love Story“ (6 SL, 4+) vorgenommen und die Jungs haben derweil ein  „Poker Face“ (7 SL 5+) gemacht. Abwechslungsreiche Kletterei, gebohrte Standplätze und Zwischenhaken aber nicht zu unterschätzen, so dass man schon mal die kalten Hände aus den Taschen nehmen musste.

Nächster Tag, wieder nichts mit Überschreitung. Also haben wir es easy genommen und sind die „Take it easy“ (6 SL 4) geklettert, während die Jungs mit einem „gefräßigen Murmeltier“ (5 SL 5+) gerungen haben. Auch die Take it easy ist bestens abgesichert, hat allerdings einen überraschend luftigen Quergang am Ende. Da hingen die hinteren 5 Buchstaben schon mal schön im Freien.

Die Jungs haben ihr Murmeltier auch niedergekämpft und waren nach einer finessereichen Abseilaktion dann schon vor uns wieder auf der Hütte. Nachmittags haben wir dann noch Hand und Fuß an den Klettergarten gelegt und die Mädels sind mit Vorstiegen im oberen 4. Grad zur Hochform aufgelaufen.

Den Leistungen entsprechend ist auch das Abendessen ausgefallen - ich hab noch nie vorher auf einer Hütte ein Steak gegessen - ein Genuss. Kein Wunder dass es bei der guten Verpflegung und den netten Wirtsleuten fast unmöglich ist, hier Quartier zu bekommen.

Versteht sich von selbst, dass wir da unbedingt wieder hin wollen. Zu tun gibt’s dort noch genug und schließlich hängt ja da noch ein dicker Hering von uns!

Die Mädels:    Heike und Uschi
Die Jungs:      Gerhard und Danny
und:                i c h.

Herbert Herrmann