Dolomitenklettern 2018

Klettern in den Dolomiten

(22. bis 29. Juli 2018)

Also - von den Dolomiten kann man nicht genug kriegen! So sagten wir es uns auch dieses Jahr wieder, und - nix wie hin!

Wir, das waren Heike, Sabine, Manuela, Matthias, Gerhard, Klaus, Daniel, Herbert und Wolfgang.

Man sollte nur vielleicht mal den Standort und die Perspektive wechseln. Gedacht - gemacht.
So war unser neues Basislager das Haus „Andrea“, ein altes Bauernhaus im Saum von Cortina D`Ampezzo, gemütlich vom Schreiner veredelt und pfiffig ausgebaut. Der Blick vom Balkon ging auf die Tofana und den Bergzug des Monte Cristallo – berauschend!

Zum Auftakt der Woche gab es Grappa und Nudeln und als Untermalung erklang - auch in unserem Bergbus - regelmäßig und zum Mitsingen das alte Partisanenlied „O Bella ciao, Bella ciao, Bella ciao, ciao, ciao“ von Hannes Wader.

Die Kletterouvertüre war dann am Montag der „GianeloWeg“ (6SL,4) an der Croda Negra hinter dem Paso Giau. Blaubeer- und Nusstorte warteten hinterher als Belohnung auf der Terrasse des Rifugio Fedata.

Dienstag, die Sonne lachte, die Drei Zinnen lockten und wir setzten das Highlight unser Dolomitentage. Wir erkletterten die Große Zinne in zwei Gruppen: die eine meisterte den „Normalweg“ (9 SL empfohlen, Rest am kurzen Seil 4) und vier Mann die „Dibonakante“ (18 SL und eine Abseilstelle 4+). Ein grandioses Erlebnis. Im Radio dazu der passende Song „We feel like in heaven“. Der Tour angemessen abends dann Pizza am Misurinasee.

Mittwochs dann wieder mit “Bella ciao“ über den Paso Giau zum Nuvolau an den Torre Anna und  durch die „Kaminführe“ (4-5 SL 4). Vom Gipfel einmal abseilen und wieder zurück über die Edelweißwiese zum Blaubeerkuchen. Eine echte Genusstour, in jeder Hinsicht.
Abends gab es nun eine ausführliche Kletterkonferenz, denn das Wetter am Donnerstag sollte schlechter werden.

Eine große Tagestour erschien uns zu unsicher und so reagierten wir mit Einseillängenrouten am Klettergarten „Spitzer Stein“ am Kleinen Lagazuoi. Lange Routen bis 6, aber bereit zum spontanen Rückzug.
Es wirkte manchmal schon beklemmend, dort über ehemaligen Schützengräben und Verhauen aus dem Ersten Weltkrieg zu klettern. Ein und derselbe Ort, doch Kriegsnot und Freizeitvergnügen sind nur um hundert Jahre getrennt.
Zurück in unserer glücklichen Jetztzeit. Nachmittags Einkehr mit Schlutzkrapfen, Einkaufsbummel und Eisbecher in Cortina und abends Knotenkunde bei Bier und Wein. So läßt‘s sich sein.

Ein sonniger Freitag lockte uns ans so genannte „Trapez“ (eine Routenauswahl von 5 - 7 SL im 4. bis 5. Grad) am Lagazuoi, gegenüber vom Hexenstein. Hinterher Einkehr in die Valparolastube.

Und auch der Samstag sah uns nochmals als „Trapez“- Künstler am Lagazuoi-Massiv.

Der legendäre Apfelstrudel beim Strobel versüßte den Dolomitenabschied und der Tag klang aus am Misurinasee mit dem klassisch-phantastischen Blick auf die Sorapis-Gruppe. Abschied.

Am Sonntag trug uns der Wallenstein-Stuck-Sprinter staufrei in die fränkische Heimat zurück, während Sabine, Matthias und Daniel noch ein klettertechnisches Sahnehäubchen drauflegten:
Sie erklommen noch die 300m hohe und nur 50 - 60m breite Nadel des „Campanile di Val Montanaia“ (9SL, 5-) in den Friauler Dolomiten.

Respekt!

Wolfgang & Herbert