Schneeschuhtour im Wetterstein
(15.01. - 17.01.2011)

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Im knietiefen Pulverschnee,
wäre die Tour sicher viel anstrengender geworden. Doch durch den Wärmeeinbruch/Föhn Anfang Januar war der Schnee, dort wo er überhaupt noch lag, von einer starken Harschschicht überzogen.

So begann unsere Schneeschuhtour im Wettersteingebirge damit, die Schneeschuhe im Rucksack über die Partnachalm bis kurz unterhalb der Stuibenhütte (1660 m) zu tragen.
 


Partnachalm


Erst bei ca. 1500 Metern Seehöhe kamen die „Tennisschläger“ das erste Mal zum Einsatz. Nach kurzem ausschnaufen auf der Hütte haben wir uns in der näheren Umgebung mit der Handhabung der Lawinen-Verschütteten-Suchgeräte (LVS-Geräte) – umgangssprachlich auch „Piepser“ genannt - vertraut gemacht. Neben unserem kleinen Grüppchen (Hubert, Günter, Michl) hatte Hüttenwart Hans nur vier weitere Gäste, so dass er das Abendessen (die mitgebrachten Nudeln) in fast familiärem Rahmen für uns zubereiten konnte.
 


Stuibenhütte

Küchendienst am Stuiben


Am nächsten Morgen zogen wir über die neu errichtete Bockhütte (1050 m) ins Reintal weiter. Der Winterraum der Reintalangerhütte (1387 m) war unser Tagesziel. Bei schönem Wetter und geringer Lawinengefahr (Warnstufe 1 bis 2200 m) war diese Etappe mit ca. 600 Hm Abstieg und 400 Hm Aufstieg leicht zu schaffen. Schade nur, dass die Sonne um diese Jahreszeit nicht hinter dem Hochwanner-Grat hervorkommt.
 


Aufbruch von der Stuibenhütte

Winterraum im Reintal


Im Reintal


An der Hütte angekommen war es gut noch über Kraft- und Zeitreserven zu verfügen, denn es musste erst noch Brennholz gehackt und Wasser vom unterhalb liegenden Bach heraufgetragen werden.
Der „Feuerbeauftragte“ Günter schaffte es tatsächlich durch eifrige Beschickung des Herdes, die Raumtemperatur in Laufe des Nachmittags von 4 auf 21 Grad hochzujubeln.
Ganz zur Freude der „Späher“ Hubert und Michl, die mit der Nachricht über günstige Verhältnisse von der Erkundung des Weges zur Knorrhütte zurückkamen.
Bald darauf wurde - in Ermangelung elektrischen Lichtes - zum zwangsromantischen Abendessen bei Kerzenschein aufgetragen.
Nur das eine oder andere Bier fehlte uns.

 


Nach unterschiedlich guter Nachtruhe begannen bereits um 5:15 Uhr die Vorbereitungen für unseren letzten Tourentag. Es dauerte doch eine Weile, den Herd auf die nötige Hitze und damit das Tee- und Kaffeewasser zum Kochen zu bringen. Außerdem wollten wir unser Hüttchen auch im sauberen und aufgeräumten Zustand verlassen. Über den Reintalanger, vorbei am prächtigen Wassereisfall „Zwei Leben“, erreichten wir die Stufe hinauf zur Knorrhütte, am Fuße des Zugspitzplattes. Die verharschte Schneeoberfläche ermöglichte ein den Sommerbedingungen ähnliches gehen. Nur lange Hangquerungen erwiesen sich als unangenehm, da die Sprunggelenkte hierbei stark abgewinkelt werden mussten um die Schneeschuhe flach aufzusetzen. Ein Blick in den kleinen, dunklen Winterraum der Knorrhütte eröffnete uns, dass hier eine Übernachtung nur im Notfall empfehlenswert wäre. Unsere kurze Rast verbrachten wir lieber draußen in der Sonne.
 

Rast an der Knorrhütte

Das Ziel in Sicht - am Zugspitzplatt
Umgeben vom Jubiläumsgrat zur Rechten und dem Skigebiet zur Linken wurde der Weg Richtung Schneefernerhaus/Sonnalpin fortgesetzt. Dabei erleichterten einige Markierungsstangen die Orientierung in dem welligen, unübersichtlichen Gelände des Zugspitzplattes.
Seit verlassen der Stuibenhütte vor eineinhalb Tagen war uns niemand mehr begegnet. Daher erwartete uns nach ca. fünf Stunden Gehzeit, auf dem gut besuchten Lift- und Gastronomiezentrum „Sonnalpin“, ein kleiner Kulturschock.
Mit einer Talfahrt in der Zahnradbahn, durch das Innere der Zugspitze, beendeten wir unsere Tour ins winterliche Hochgebirge.

Michl Betz / Hubert Seel