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Bericht von |
Adrenalin im
Stiefel |
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Ängstlich sitzen die
zwei zwischen Himmel und Erde am weißen Schneekragen vom Bergriesen
Pollux. Was ist passiert? Es
ist schon nachmittags! Ab wann ruft man die Bergwacht?
Die drei Gipfelstürmer haben gut lachen, als sie zurückkommen. Pudelwohl kehren sie
vom Pollux zurück. Von Stress keine Spur! |
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Im letzten Sonnenstrahl funkelt die Neue Monte Rosa Hütte. Wir kommen spät an. Die Essensausgabe ist schon fast vorbei. In der kurzen Nacht
diskutieren Muskelkater und Wadenkrampf lang, wer der stärkere ist.
Die Akklimatisation war knapp bemessen. Vorgestern von Saas Fee auf den stolzen 4000m hohen Allalin. Gestern von Zermatt zu den noch höheren Riesen Breithorn und Pollux. Zuviel des Guten? Erschöpft und mit wunden Füßen nimmt einer heute weise eine Auszeit. Die anderen fühlen sich gut. Noch! Im Stirnlampenlicht
zieht die kleine Karawane los Richtung Signalkuppe. Plötzlich: die
Schritte werden kurz, dann immer kürzer. Das Herz hämmert und holpert.
Die dünne Luft spielt Versteck. Angst. Wieder Husten. Adrenalin peitscht
den schnellen Puls noch höher. Keuchen. Gebeugt auf die Skistöcke
gestützt. Stehen bleiben. Keine Kondition? Husten. Schluss.
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Nachmittags zurück, ist genug Zeit, um die vieleckige Neue Monte Rosa Hütte neugierig zu erkunden. Alles ist anders hier. Innen ein Fachwerkhaus. Ein Puzzle der besonderen Art aus vielen zusammengesetzten Holzelementen. Außen eine futuristische Haut aus Aluminium mit unterschiedlichen Neigungen und Flächen, von denen irgendeine in der Sonne immer flammend glitzert. Und das Faszinierendste: vom Essraum bis zum dritten Stock wendelt sich mit der Treppe eine Glasfassade, die über 360 Grad den Blick frei gibt auf die gewaltige aber auch gewalttätige Gletscherlandschaft. |
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Wir sind begeistert: schön! Aber, wer schön sein will, lässt leiden. Es gibt keinen richtigen Trockenraum! Nachts schaut der Ängstliche aufs Oxymeter. Nur 60 %. Wo ist der Sauerstoff? Unser letzter Tag beginnt mit einer Überraschung. Es hat nachts geschneit. Diesmal lässt das
bekannte Hormon den Puls schon vor dem Start ängstlich klopfen. Zeitverzögert geht’s
auf zur Dufourspitz. Unterwegs grinsende Gletscherspalten. Wir meinen, die
Aufstiegsroute hätte sich gegenüber früher total verändert. Mit einem grandiosen, verzwirbelten Korkenziehertanz auf Ski verjubeln wir die aufgestauten Glückshormone bis ins Tal. Heimliche Blicke zurück verraten, alle sind berauscht! |
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Und wenn man Tage später wieder in Altdorf, Fischbach oder sonst wo am Schreibtisch sitzt, dann wird einem bewusst: nur mit einem erfahrenen Hochtourenführer,
nur mit einem Hochtourenführer wie dem Roland schwappt das Adrenalin nicht aus dem Stiefel.
Es bedanken sich: Jan, Norbert, Wolfgang, Geert
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